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OECD: Prognose für die Weltwirtschaft:Ein Niesen, kein Schnupfen

OECD-Generalsekrektär Angel Gurria hat eine gute und schlechte Nachricht zur Lage der Weltwirtschaft. Er rechnet zwar mit einer Abkühlung der weltweiten Konjunktur. Doch nur ein Land ist von einer Rezession bedroht.

Die Zahl der Mahnungen wächst: Nach dem Kieler Institut für Weltwirtschaft und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) rechnet auch die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit einer bevorstehenden Abschwächung der Weltwirtschaft. Allerdings sei es schwierig einzuschätzen, ob die Verlangsamung der Erholung nur kurzfristig oder von längerer Dauer sei, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria bei einem Besuch in Ankara.

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OECD-Generalsekretär Angel Gurria erwartet eine Abkühlung der Weltwirtschaft. Eine weltweite Rezession werde es aber nicht geben, prognostiziert der frühere mexikanische Außenminister.

(Foto: AFP)

Gleichzeitig gab der Mexikaner aber Entwarnung: Die Abkühlung werde nicht so stark ausfallen, dass die Weltwirtschaft erneut in eine Rezession abrutsche. Bis auf Japan sei auch in keinem Industrieland ein Rückfall in die Rezession zu befürchten.

Für Deutschland rechnet Gurria ebenfalls mit einem langsameren Wachstum. "Das zweite Quartal in Deutschland war sehr gut, aber das dritte Quartal wird wie anderswo auch etwas schwächer ausfallen", sagte Gurria.

IWF und Institut für Weltwirtschaft ebenfalls pessimistischer

Hauptaufgabe in den Industrieländern sei es, eine Balance zwischen Konjunkturhilfen und Haushaltskonsolidierung zu finden.

In den letzten Tagen hatten der IWF und das Institut für Weltwirtschaft ebenfalls vor einer Abschwächung der Erholung gewarnt. Das Institut für Weltwirtschaft hatte seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft in der vergangenen Woche leicht von 3,7 Prozent auf 3,6 Prozent gesenkt.

Der IWF geht nach einer Mitteilung vom vergangenen Wochenende von einem Wirtschaftswachstum von 4,6 Prozent in diesem und 4,3 Prozent im kommenden Jahr aus, nach einem Rückgang von 0,6 Prozent im Krisenjahr 2009.