AbnehmspritzeEnde des Booms bei Wegovy

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Pens mit dem Medikament Wegovy vom dänischen Hersteller Novo Nordisk. 
Pens mit dem Medikament Wegovy vom dänischen Hersteller Novo Nordisk.  Jim Vondruska

Novo Nordisk, der dänische Hersteller von Abnehmspritzen, will „schlanker“ werden und streicht mehr als zehn Prozent der Stellen. Der Konkurrenzdruck steigt.

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Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk, Hersteller der Abnehmspritze Wegovy und des Diabetesmittels Ozempic, streicht wegen des wachsenden Konkurrenzdrucks durch den US-Rivalen Eli Lilly 9000 Stellen, das sind rund 11,5 Prozent der Belegschaft. Damit will der Konzern jährlich rund acht Milliarden dänische Kronen, umgerechnet etwa eine Milliarde Euro, einsparen. Noch einmal so viel soll die Restrukturierung von 2026 an jährlich einbringen, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Etwa 5000 Stellen fallen im Heimatland Dänemark weg. Ob auch Arbeitsplätze in Deutschland gestrichen werden, wurde zunächst nicht bekannt. Es handle sich um eine globale Transformation, sagte eine Sprecherin, „und jedes Land, jeder Standort und jede Region wird unterschiedlich davon betroffen sein“. Noch seien die Pläne nicht finalisiert, so die Sprecherin.

Bereits im August hatte der Konzern, der weltweit 78 400 Mitarbeiter beschäftigt, einen Einstellungsstopp für „nicht geschäftskritische Positionen“ verhängt. Novo Nordisk wolle die Organisation verschlanken, Entscheidungen beschleunigen und Mittel stärker auf die Wachstumsfelder Diabetes und Adipositas lenken, hieß es am Mittwoch. Das rasche Wachstum in den vergangenen Jahren habe die Komplexität der Organisation und die Kosten erhöht.

Der Aktienkurs des Unternehmens, der seit Monaten unter Druck steht, legte am Mittwoch leicht zu. Bereits im Juli hatte der Konzern nach einer Gewinnwarnung 70 Milliarden Dollar an Börsenwert eingebüßt.

Der Boom ist vorbei, zumindest für die Dänen. Dabei war Novo Nordisk gemessen an der Marktkapitalisierung mit 650 Milliarden Dollar zeitweise der wertvollste Konzern in Europa. Am Dienstagabend lag der Börsenwert noch bei rund 180 Milliarden Dollar. Novo Nordisk war der Pionier für Abnehmspritzen, aber dann brachte der US-Konzern Eli Lilly sein Medikament auf den Markt. Wegovy (Wirkstoff Semaglutid) und Mounjaro (Wirkstoff Tirzepatid) von Eli Lilly zählen zu den GLP-1-Medikamenten. Es gibt sie, anders dosiert, auch zur Behandlung von Diabetes Typ II. In Europa heißen beide Medikamente von Eli Lilly Mounjaro, in den USA wird das Mittel gegen Adipositas unter dem Namen Zepbound vertrieben.

Das Wissenschaftsmagazin Science hatte die GLP-1-Medikamente zum Durchbruch des Jahres 2023 gekürt. Das Kürzel GLP 1 steht für Glucagon-like Peptide-1. Die Medikamente ahmen ein Darmhormon nach und zügeln den Appetit. Mounjaro bildet noch ein zweites Hormon nach: GIP, das Kürzel steht für glukoseabhängiges insulinotropes Polypeptid. Die Medikamente sind verschreibungspflichtig. Nach einer im Mai im New England Journal for Medicine veröffentlichten Studie mit rund 750 Teilnehmern führte das Medikament von Eli Lilly binnen 72 Wochen zu einer deutlich höheren Gewichtsabnahme. Zusätzlicher Druck kommt von Nachahmerpräparaten, die Apotheken wegen Lieferengpässen auf Basis derselben Inhaltsstoffe wie Wegovy herstellen dürfen.„Unsere Märkte entwickeln sich weiter, insbesondere in der Adipositas-Behandlung, die wettbewerbsintensiver und verbraucherorientierter geworden ist. Auch unser Unternehmen muss sich weiterentwickeln“, sagte Vorstandschef Mike Doustdar, der seit Anfang August den Konzern führt. Sein Vorgänger Lars Fruergaard Jørgensen hatte im Mai gehen müssen. „Der Sparplan ist hart und zugleich sehr notwendig“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Nordnet-Analyst Per Hansen: „Mike Doustdar muss reinen Tisch machen, damit Novo vorankommen kann.“ Für das dritte Quartal erwartet Novo Nordisk einmalige Restrukturierungskosten von 1,2 Milliarden Kronen. Die Prognose für das operative Gewinnwachstum in diesem Jahr wurde auf vier bis zehn Prozent gesenkt – von zehn bis 16 Prozent noch Anfang August.

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