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Nokia Siemens Networks bleibt in München:Mitarbeiter stimmen für Transfergesellschaft

Der Verbleib von Nokia Siemens Networks in München ist gesichert. Am Freitagabend hat eine klare Mehrheit der betroffenen Mitarbeiter dem Wechsel in eine Tarifgesellschaft zugestimmt - 2000 Arbeitsplätze bleiben somit erhalten, 1600 Stellen fallen weg. Wie es für die 29 anderen Standorte in Deutschland weiter geht, bleibt offen.

Björn Finke

Wichtige Botschaften kommen bei Nokia Siemens Networks (NSN) gerne am Freitagabend: Vor drei Wochen hatte der defizitäre Telekom-Ausrüster zur besten Abendbrotzeit mitgeteilt, dass er den größten deutschen Standort in München doch erhalten wolle - wenn denn genug Mitarbeiter freiwillig in einer Transfergesellschaft wechseln.

Die Stellen bleiben erhalten, der Standort soll innerhalb der Stadt wechseln. Wo die verbliebenen 2000 Mitarbeiter demnächst unterkommen sollen, ist noch nicht bekannt.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

An diesem Freitag gab das Unternehmen dann bekannt, dass tatsächlich genug Beschäftigte diesen Schritt gegangen seien und NSN daher in München bleibe. Die Gemeinschaftsfirma des Dax-Konzerns und des finnischen Handyherstellers will den Standort mit 2000 von bisher 3600 Angestellten weiterführen - 1600 Jobs fallen also weg. 150 Mitarbeiter gehen in Altersteilzeit, den übrigen 1450 bot NSN den Wechsel in eine Beschäftigungsgesellschaft an, wo sie sich weiterbilden und eine neue Stelle suchen können.

NSN verlangte, dass mindestens 90 Prozent der Betroffenen in die Gesellschaft eintreten, damit möglichst wenigen Kollegen gekündigt werden muss. Denn gegen eine Kündigung kann man klagen, mit einem Wechsel in die Transfergesellschaft hingegen akzeptiert der Mitarbeiter den Verlust seines Jobs. Und dem Unternehmen, das aus dem finnischen Espoo geführt wird, war es wichtig, dass der Stellenabbau schnell und risikolos von Statten geht.

Die Mindestquote sei erreicht, sagte eine Sprecherin des Konzerns am Freitag. Die Zahl der Wechsler kann sich sogar noch erhöhen, denn Beschäftigte, die im Osterurlaub waren oder ihren neuen Vertrag aus anderen Gründen erst verspätet erhalten haben, können sich noch bis Mittwoch entscheiden. Wer die Offerte hingegen nicht annimmt, dem wird nun gekündigt.

Die Transfergesellschaft soll mindestens zwei Jahre laufen, für den Standort und die 2000 verbleibenden Stellen gibt NSN eine Bestandsgarantie über drei Jahre ab. Allerdings sollen die Mitarbeiter aus den Gebäuden in der St.-Martin-Straße im Stadtteil Giesing ausziehen und woanders in München unterkommen.

Ursprünglich wollte der Konzern den Standort schließen, neben 29 anderen in Deutschland. Doch nach Protesten der Beschäftigten und des Anteilseigners Siemens einigten sich NSN und die IG Metall auf diese Lösung. In den anderen Niederlassungen werde weiter mit der Gewerkschaft verhandelt, sagte die NSN-Sprecherin. Ende offen.

© SZ vom 14.04.2012/infu
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