Nitratbelastung:"Kunden müssen mit ihrer Wasserabrechnung dafür zahlen"

Dünger und Schadstoff zugleich

Nitrat ist eine Verbindung, die aus den Elementen Stickstoff und Sauerstoff besteht. Es kommt natürlicherweise im Boden vor. Pflanzen brauchen den Stickstoff des Nitrats zum Aufbau von Eiweiß, der Stoff hilft den Pflanzen beim Wachsen. Nitrate sind auch in stickstoffhaltigen Düngemitteln und Gülle enthalten. Besteht ein Mangel, dann kann die Ernte geringer ausfallen und Landwirte haben so weniger Einnahmen. Befindet sich zu viel im Boden, entsteht ein Problem: Was die Pflanzen davon nicht aufnehmen können - etwa, weil schlicht zu viel Dünger oder Gülle auf die Felder gebracht wurde - wird vom Regen ausgewaschen. So gerät Nitrat ins Grundwasser, das für die Trinkwasserversorgung wichtig ist. Zu viel Nitrat ist ein Risiko für Mensch und Umwelt. Im menschlichen Körper kann es in das gesundheitsschädliche Nitrit umgewandelt werde. Das kann Durchblutungsstörungen verursachen die Sauerstoffbindung des Blutes verhindern. Besonders gefährlich sind solche Nitrite für Säuglinge. Entstehen können außerdem Nitrosamine, die sich aus Nitriten bilden. Der Stoff gilt als krebserregend. Auf deutschen Äckern herrscht nicht selten ein Überschuss an Stickstoffen, vor allem dort, wo viele Tier gehalten werden, ist das Grundwasser oft stark mit Nitrat belastet. SZ

Hinzu kommen höhere Ausgaben für Aufbereitungstechnik. "Kunden müssen mit ihrer Wasserabrechnung dafür zahlen, dass die Landwirtschaft Nitratwerte nicht einhält" sagt Weyand. Immerhin 70 Prozent des Trinkwassers werden nach seinen Angaben aus Grundwasser gewonnen. "Die Landwirtschaft kann nicht die Vorteile einstreichen und die Kosten auf die Bevölkerung abwälzen", ergänzt er und spielt damit auf die sechs Milliarden Euro an Agrarsubventionen für Landwirte an, die Brüssel pro Jahr an Deutschland überweist, mitfinanziert von deutschen Steuerzahlern.

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