bedeckt München 21°

China-Geschäft:Nike rechnet mit erheblichen Einbußen wegen des Coronavirus

FILE PHOTO: The logo of Nike is seen in a storefront in Sao Paulo

Nike ist in China sehr beliebt und erzielte dort zuletzt sein stärkstes Umsatzwachstum.

(Foto: REUTERS)

Der Konzern hat die Hälfte seiner chinesischen Filialen geschlossen. Auch andere Konzerne haben schon Konsequenzen gezogen.

Der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike hat vor empfindlichen Einbußen auf dem chinesischen Markt aufgrund des Coronavirus gewarnt. Es sei mit "erheblichen Auswirkungen" auf das China-Geschäft zu rechnen, teilte das Unternehmen nach US-Börsenschluss mit. Nike habe die Hälfte seiner Filialen in Konzernbesitz in dem Land bereits geschlossen und betreibe die restlichen Läden mit eingeschränkten Öffnungszeiten, da weniger Kunden kämen.

Die Nike-Anleger reagierten zunächst nervös auf die Einschätzung und ließen die Aktie nachbörslich um mehr als drei Prozent fallen - wenige Stunden später erholte sich der Kurs aber wieder etwas. Der chinesische Markt ist für Nike von enormer Bedeutung: Der amerikanische Sportartikel-Gigant ist dort trotz Belastungen durch den Handelsstreit zwischen den USA und China sehr beliebt und erzielte dort zuletzt sein stärkstes Umsatzwachstum.

Auch Apple und Starbucks haben bereits Konsequenzen gezogen

Nike ist keinesfalls der erste Konsumgüterkonzern, der Geschäftsrisiken in China aufgrund des Coronavirus befürchtet. Doch keiner hat bislang so deutlich davor gewarnt. So hat der iPhone-Konzern Apple vorübergehend seine Geschäfte in dem Land geschlossen und Sorgen vor Schäden für die Zuliefererkette geäußert. Die Kaffeehauskette Starbucks hat mittlerweile ebenfalls mehr als die Hälfte ihrer Filialen in China dichtgemacht, gleichzeitig aber klargestellt, dass der Geschäftsausblick für 2020 erst aktualisiert werden könne, wenn die Folgen für das Unternehmen vernünftig eingeschätzt werden könnten.

Stark betroffen vom Coronavirus ist aktuell vor allem die Tourismus-Branche. Die US-Fluggesellschaften Delta Air Lines und American Airlines etwa haben vorübergehend alle Flüge von und nach China gestrichen. Aufgrund anhaltender Bedenken wegen des Virus werde der Flugverkehr vom 6. Februar bis voraussichtlich 30. April eingestellt, teilte Delta mit. American Airlines gab bekannt, den Betrieb auf allen Strecken nach China bis zum 27. März auszusetzen. Auch Boeings Finanzchef Greg Smith warnte schon vor Folgen für den Flugverkehr. Manche Länder verbieten Flüge nach China komplett, in anderen Ländern haben sich einzelne Fluggesellschaften entschieden, die Strecken einzustellen - wie in Deutschland die Lufthansa und in Frankreich Air France-KLM.

© SZ.de/dpa/vit
Wuhan Huoshenshan Hospital Completed As Planned

Ansteckungsgefahr
:Wie das Virus die deutsche Wirtschaft trifft

In China dürfen viele Beschäftigte derzeit nicht in ihre Arbeit gehen - sie könnten sich dort infizieren. Das hat Folgen für deutsche Firmen.

Von Elisabeth Dostert und Thomas Fromm

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite