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New York:Schiefe Töne

Annual Meetings Of The International Monetary Fund And World Bank

David Solomon ist Chef von Goldman Sachs - und Musikliebhaber: Er legt als DJ auf.

(Foto: Andrew Harrer/Bloomberg)

David Solomon ist Chef von Goldman Sachs. Nun trat er als DJ bei einem Konzert auf. Videos zeigen, dass dabei wohl die Corona-Bestimmungen nicht eingehalten wurden. Der Gouverneur des Bundesstaates New York ist entsetzt und kündigt eine Untersuchung an.

Von Hans von der Hagen

Gut möglich, dass das Leben eine besondere Würze erhält, wenn man sich nicht nur mit einer einzigen Identität herumschlagen muss. Diesen Weg wählt David Solomon, Chef von Goldman Sachs: Er hat noch eine Art Avatar, der DJ D-Sol heißt und gerne Musik auflegt. So geschah es auch am vergangenen Samstag in New York: Zum Auftakt eines Wohltätigkeitskonzerts der "Chainsmokers" - laut Forbes die bestbezahlten DJs weltweit - sollte DJ D-Sol für Stimmung sorgen. Vielleicht gelang das etwas zu gut, jedenfalls sind sich wohl einige der angeblich rund 2000 Gäste im Laufe des Abends zu nahe gekommen, zumindest gemessen an den Corona-Bestimmungen des Bundesstaates New York. Gouverneur Andrew Cuomo sprach entsetzt von ungeheuerlichen Regelverstößen und postete auf Twitter gleich ein Video vom Konzert. Man werde, so schrieb er weiter, eine solch rücksichtslose und illegale Gefährdung der öffentlichen Gesundheit nicht hinnehmen. Nun sollen die Behörden untersuchen, was da los war. Immerhin war die Veranstaltung eher harmlos als Drive-in-Ereignis und Teil einer "Safe and Sound"-Konzertreihe angekündigt worden. Die Gäste mussten einem Bericht der New York Times zufolge bis zu 25 000 Dollar zahlen, um ihr Auto mit Blick auf die Bühne parken zu dürfen.

Aber was sagt nun DJ D-Sol zu alledem? Er selbst nichts. Zumindest nicht direkt. Als David Solomon ließ er durch einen Goldman-Sprecher ausrichten, dass er die Veranstaltung vorzeitig verlassen habe. Die große Mehrheit der Zuschauer habe dem Anschein nach die Regeln befolgt. Gleichwohl sei er betroffen, dass einige sich nicht daran gehalten haben könnten.

© SZ vom 30.07.2020

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