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Neuer Riese im Containergeschäft:Hapag-Lloyd und CSAV fusionieren

Bilanzpressekonferenz HHLA

Das Containerschiff "Kyoto Express" der Reederei Hapag-Lloyd wird im März 2012 im Hamburger Hafen umgeschlagen.

(Foto: dpa)

Jetzt Nummer 4: Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd reagiert auf den Preiskampf in der Containerschifffahrt und geht mit dem chilenischen Konkurrenten CSAV zusammen. Damit hat die Branche einen neuen Player.

Deutschlands größte Reederei Hapag-Lloyd und ihr chilenischer Konkurrent CSAV legen ihr Containergeschäft zusammen. Beide Seiten unterzeichneten nach wochenlangen Verhandlungen am Mittwoch die Verträge für eine Fusion, wie Hapag-Lloyd am Abend mitteilte. Durch den Zusammenschluss entsteht das weltweit viertgrößte Unternehmen der Branche - mit rund 200 Schiffen und einem Jahresumsatz von etwa neun Milliarden Euro.

In der Containerschifffahrt herrscht seit Jahren ein ruinöser Preiskampf, auf den die Reedereien vermehrt mit Allianzen und Zusammenschlüssen reagieren. Wenn die Wettbewerbsbehörden zustimmen, soll das Containergeschäft von CSAV vollständig in Hapag-Lloyd aufgehen.

Die Chilenen würden zunächst mit 30 Prozent an Hapag-Lloyd beteiligt. Nach dem Vollzug der Transaktion sei eine Kapitalerhöhung von 370 Millionen Euro beschlossen, an der sich CSAV mit 259 Millionen Euro beteiligen werde. Dadurch werde der Anteil an Hapag-Lloyd auf 34 Prozent ansteigen. Eine weitere Kapitalerhöhung in Höhe von 370 Millionen Euro werde im Rahmen eines geplanten Börsenganges von Hapag-Lloyd stattfinden. Der Hauptsitz des Unternehmens bleibe Hamburg.

Aus den Plätzen 6 und 20 wird die Nummer 4

Die Linienreederei Hapag-Lloyd hat eine lange Tradition. 1970 schlossen sich zwei norddeutsche Unternehmen zusammen: die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (Hapag) und der Norddeutsche Lloyd (NDL). Die Wurzeln der beiden Vorläuferunternehmen reichen aber schon bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Heute steht Hapag-Lloyd mit Hauptsitz in Hamburg in der Rangliste der weltgrößten Container-Linienreedereien allein auf Platz sechs. Das Unternehmen steuert mehr als 150 Schiffe und transportiert rund 5,5 Millionen Standardcontainer (TEU). Der Umsatz betrug 2013 rund 6,6 Milliarden Euro. Bei Hapag-Lloyd arbeiten 7000 Beschäftigte.

Die chilenische Compañía Sudamericana de Vapores (CSAV) spielt als einzige Containerreederei Lateinamerikas ganz vorn mit in der Welt-Liga. Mit rund 50 Schiffen und einem Umsatz von etwa drei Milliarden Dollar rangiert das 1872 gegründete Traditionsunternehmen auf Platz 20 der Reedereien. Hinter dem Konzern steht die mächtige Luksic-Gruppe, deren Name auf die kroatische Einwanderer-Familie zurückgeht, die heute eine der reichsten und einflussreichsten Unternehmerdynastien Chiles ist.

© Süddeutsche.de/dpa/Reuters/ipfa
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