Neue Panne in Boeings Dreamliner Feuer im Traumflugzeug

Auf dem Flughafen von Boston kommt es erneut zu einem Zwischenfall mit einer Boeing 787: Nach der Landung bricht ein Feuer in einer Hilfsturbine aus. Verletzt wird niemand - doch die neuerliche Panne könnte wirtschaftliche Folgen für das Unternehmen haben.

Große Hoffnungen hatte der amerikanische Flugzeughersteller Boeing in sein neues "Traumflugzeug" gesetzt. Der sparsame Dreamliner 787 sollte eine smarte Antwort auf den Airbus' A380 sein, das Großflugzeug der Konkurrenz aus Europa.

Doch die Pannenserie um Boeings modernsten Jet reißt nicht ab: Am Montag brach auf dem Flughafen der US-Metropole Boston (Massachusetts) ein Feuer in Rumpf einer der Langstrecken-Maschinen aus. Das Flugzeug von Japan Airlines war aus Tokio gekommen - die 173 Passagiere hatten es gerade verlassen, als eine Reinigungsmannschaft Rauch in der Kabine bemerkte.

Das Feuer sei von einer Batterie in einer Hilfsturbine gekommen, die angeschaltet werde, wenn sich die Maschine am Boden befinde und ihre Triebwerke ausgeschaltet seien, sagte der zuständige Feuerwehrchef. Es habe eine kleine Explosion gegeben, die Flammen seien einen halben Meter hoch gewesen. Die US-Transportsicherheitsbehörde NTSB und die Bundesluftfahrtbehörde FAA wollen den Fall untersuchen. "Wir wissen von dem Vorfall und wir arbeiten mit unserem Kunden zusammen", zitierte Bloomberg einen Boeing-Sprecher.

Erst im Dezember musste ein Dreamliner der Airline United in New Orleans notlanden, wegen eines Fehlers in der Elektronik. Bei einer weiteren Machine der Qatar Airways kam es auf dem Auslieferungsflug zu Problemen. Zuletzt musste sich der Flugzeughersteller mit undichten Treibstoffleitungen beim Dreamliner herumschlagen.

Auslieferung mit drei Jahren Verspätung

Schon Ende 2010, bevor die Dreamliner-Modelle überhaupt im normalen Betrieb flogen, gab es ein Feuer bei einem Testflug. Daraufhin wurde die gesamte Testflotte aus dem Verkehr gezogen, die Behebung des Problems kostete Boeing weitere sechs Monate - insgesamt verzögerte sich die Erstauslieferung um mehr als drei Jahre.

All Nippon Airways hatte die erste 787 im September 2011 erhalten. Seitdem hat Boeing etwa 50 Dreamliner an acht Kunden ausgeliefert, Stückpreis: etwa 225 Millionen Dollar. Die Auftragsbücher sind voll: In diesem Jahr verdoppelt das Unternehmen seine Produktionsrate auf zehn Maschinen pro Monat, um die Aufträge für rund 800 bestellte Flugzeuge möglichst schnell zu erfüllen.

Der neueste Zwischenfall könnte für Boeing vor allem wirtschaftliche Folgen haben. Das sei kein Problem, das man herunterspielen könne, sagte der Analyst Carter Lake von BB&T Capital Markets zu Bloomberg. "Boeing muss das schnell in den Griff bekommen, weil sie jetzt Gefahr laufen, dass ihnen die Fluggäste davonlaufen", erklärte der ehemalige Pilot. Nach dem neuesten Zwischenfall kam es zu Kursverlusten an den Börsen: Die Boeing-Aktie fiel am Montag um zwei Prozent auf etwas mehr als 76 Dollar.