Neubrandenburg (dpa/mv) - Die norddeutsche Wirtschaft braucht nach Ansicht der Industrie- und Handelskammern (IHK) im Land eine belastbare Planungsperspektive für Wege aus dem Corona-Shutdown. Der Präsident der Landesarbeitsgemeinschaft der IHKs in MV, Wolfgang Blank, appellierte am Dienstag an die Politik, ein mehrstufiges Phasenkonzept zu entwickeln. Es müsse klar kommuniziert werden, unter welchen Bedingungen und in Abhängigkeit welcher Faktoren welche Schritte erfolgen können, sagte Blank kurz vor dem Treffen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am 30. April.
Er verwies zudem auf das von den drei IHK im Land gemeinsam vorgelegte 7-Punkte-Papier für ein wirtschaftlich gesundes Mecklenburg-Vorpommern. Demnach sei eine erste Phase von Lockerungen denkbar, an die sich bei der Verbesserung der medizinischen Situation eine Phase der zunehmenden Normalisierung anschließe. Dann sei eine dritte Phase der konjunkturellen Belebung notwendig, damit aus der Wirtschaftskrise keine soziale Krise werde. „Hierfür ist unbedingt eine norddeutsche Perspektive notwendig“, machte Blank deutlich.
Man müsse von pauschalen Branchenbeschränkungen wegkommen. Die Politik sollte klare medizinische Vorgaben und Hygieneregeln formulieren. „Grundsätzlich sollte jedes Unternehmen, dass diese Regeln erfüllen kann, ein Recht auf Öffnung haben“, forderte der Neubrandenburger IHK-Präsident. Viele Unternehmen, die zu Beginn nur mit eingeschränkten, nicht kostendeckenden Notbetrieben starten könnten, seien auf weitere Unterstützung angewiesen. Zur konjunkturellen Belebung sei daher ein wirtschaftspolitisches Programm auf EU-, Bundes- und Länderebene notwendig.