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Reisen mit dem Bus:Fernbusse von ADAC und Post sollen 30 neue Städte anfahren

Fernbus in Leipzig

ADAC und Post wollen noch mehr Fernbusse durch Deutschland schicken - und auch ins Ausland.

(Foto: dpa)

Der Wettbewerb auf dem Fernbusmarkt wird noch härter: ADAC und Post wollen die Zahl der angefahrenen Städte verdoppeln - in Zukunft sollen die Fahrten auch ins Ausland führen.

  • Deutsche Post und ADAC bauen ihr Busnetz aus.
  • Sie wollen weniger Fahrten unter der Woche anbieten, dafür mehr am Wochenende.

Von Köln nach Frankfurt am Main für sieben Euro, von Hamburg nach München für nicht einmal 30 Euro: Die deutschen Fernbusunternehmen locken mit niedrigen Preisen - und versuchen, der Deutschen Bahn so die Kunden abzujagen. Die Strategie scheint aufzugehen: Allein im vergangenen Jahr sind Schätzungen zufolge mehr als drei Millionen Menschen mit dem Fernbus gefahren.

Vor allem kleinere Städte sollen ans Netz angebunden werden

Die Post und der ADAC wollen ihre Position auf dem umkämpften Markt nun ausbauen und kündigen an, mit den Bussen, die sie gemeinsam betreiben, ab Mitte August 30 neue Städte anzufahren. Darunter sind vor allem kleinere Städte wie Bamberg, Freiburg, Heidelberg, Jena oder Landshut. Der Konkurrent Meinfernbus fährt mit seiner Flotte bereits über die deutsche Grenze und steuert Ziele wie Amsterdam an. Die Post und der ADAC ziehen nun nach und nehmen ebenfalls zwei ausländische Städte in ihren Fahrplan auf: Straßburg und Zürich.

Mehr Fahrten am Wochenende

Der ADAC-Postbus war im vergangenen Herbst gestartet. An dem Gemeinschaftsunternehmen halten der Autoclub und die Deutsche Post je 50 Prozent. Erst vor kurzem war über den Ausstieg des ADAC aus dem Fernbus-Geschäft spekuliert worden; der Postbus fahre keine Gewinne ein, hieß es. Marc Fleischhauer, für den ADAC in der Postbus-Geschäftsführung, sagte dazu der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung: "Wir sind mit der wirtschaftlichen Entwicklung zufrieden. Wie bei jedem neuen Geschäft sind zunächst Investitionen notwendig, die sich später auszahlen." Genaue Zahlen wollen weder ADAC noch die Post nennen.

Das Schwerpunkt-Angebot der gelben Busse soll in Zukunft auf andere Tage verschoben werden: Von Montag bis Mittwoch sollen weniger Fahrzeuge unterwegs sein, für die Wochenend-Fahrer von Donnerstag bis Sonntag dagegen entsprechend mehr. Denn unter der Woche hat die Branche Probleme, die Busse auszulasten. Deshalb müssten auch keine zusätzlichen Fahrzeuge für die neuen Ziele angeschafft werden, sagte Fleischhauer.

Zahl der Strecken hat sich 2013 verdreifacht

Lange Zeit waren in Deutschland Fernbusse auf den Straßen verboten, die Regelung ging auf eine aus den 1930er Jahren stammende Schutzklausel für Schienen zurück. Seit Anfang 2013 ist der Markt nun weitgehend geöffnet, die Zahl der Fernbus-Strecken hatte sich allein im vergangenen Jahr verdreifacht. Auch die Deutsche Bahn versucht aus der Liberalisierung mit eigenen Bussen Profit zu schlagen. Die anderen großen Unternehmen sind Meinfernbus, Flixbus - und die Busse von ADAC und der Post.

© Süddeutsche.de/AFP/ratz/jab
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