Er führte die Lufthansa, als die Fluggesellschaft noch ein sehr politisches Unternehmen war, das sich auch in Staatsbesitz befand: Heinz Ruhnau, 1929 in Danzig geboren und, wie Lufthansa jetzt mitteilte, am vergangenen Dienstag gestorben, kam aus einfachen Verhältnissen. Er arbeitete als Bauhilfsarbeiter, machte eine Elektromaschinenbaulehre und trat bald der IG Metall und der SPD bei. Die Gewerkschaft ermöglichte ihm dann ein Studium an der Hamburger Akademie für Wirtschaft und Politik. Zunächst arbeitete Ruhnau für die IG Metall, zog dann für die SPD in die Hamburger Bürgerschaft ein und wurde 1965 als Nachfolger von Helmut Schmidt Innensenator.
Als Ruhnau 1974 zum Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium berufen wurde, zog er auch in den Aufsichtsrat des damaligen Staatsunternehmens Lufthansa ein. 1982 dann wechselte Ruhnau auf den Vorstandsvorsitz, die Personalie war damals umstritten. Er verfolgte einen starken Expansionskurs, der aber auch zu einer erheblichen Verschuldung führte. Insbesondere das China-Geschäft wurde ausgebaut. Die Verwaltung verlegt er zum größten Teil von Köln nach Frankfurt. 1991 trat Ruhnau ab, sein Nachfolger Jürgen Weber korrigierte den Kurs, verschlankte das Unternehmen wieder und leitete dann die vollständige Privatisierung 1997 an.