Süddeutsche Zeitung

Nachhaltigkeit:Krieg treibt Energiewende

Die Folgen des Kriegs in der Ukraine können einer Studie zufolge die Energiewende in Deutschland beschleunigen. Die grüne Wende könne mitunter erfolgreicher gelingen als bislang erwartet, obwohl die Bundesregierung im Streben nach mehr Energieunabhängigkeit zunächst mehr auf Kohle setzen müsse, heißt es in einer Analyse des Kreditversicherers Allianz Trade. Mehr Kohleverstromung werde die CO₂-Emissionen in der EU nicht erhöhen, da sie durch das EU-Emissionshandelssystem begrenzt seien. Wegen der hohen Emissionshandelspreise sei es sehr unwahrscheinlich, dass Kohle langfristig russisches Gas ersetzen werde, sagte Studienautor Markus Zimmer. Mittelfristig zielten die Ambitionen Deutschlands auf eine mehr als vierfache Steigerung der Kapazitäten bei den erneuerbaren Energien ab. Das schiebt laut Studie auch Wachstum und Beschäftigung an. Allein der Ausbau der Stromerzeugungskapazität führe direkt und indirekt zu einer zusätzlichen Wertschöpfung von 40 Milliarden Euro pro Jahr und werde von 2022 bis 2035 insgesamt durchschnittlich 440 000 Arbeitskräfte beschäftigen.

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Quelle:
SZ vom 18.07.2022 / Reuters
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