Nachhaltigkeit Die Verbannung der Plastiktüte kann nur der Anfang sein

Für die Tonne: Einwegtüten sind unökologisch, egal aus welchem Material sie sind.

(Foto: Christoph Schmidt/dpa)

Der Verbrauch hat sich halbiert. Nun geht es um die großen Themen, die umweltpolitisch wirklich ins Gewicht fallen.

Kommentar von Michael Kläsgen

Es ist ermutigend zu sehen, dass Umweltschutz funktioniert, wenn alle an einem Strang ziehen: Industrie, Verbände, Verbraucher. Nur dürfen sie es nicht allein bei der Plastiktüte belassen, wenn sie wirklich die Natur um sich herum bewahren wollen. Dazu reicht es nicht aus, im Laden auf die Plastiktüte zu verzichten. Das ist klar. Ihr Aufkommen mag rapide sinken, doch selbst wenn die Plastiktüte ganz verbannt wäre, würde das am generellen Müllproblem wenig ändern.

Die Plastiktüte fällt in der Gesamtschau leider kaum ins Gewicht, sie ist umweltpolitisch quasi irrelevant. Viel gravierender ist der Berg an Abfall, den wir tagtäglich anhäufen, unter anderem auch mit Kunststoffverpackungen für Fleisch und Wurst. Der wächst trotz des gestiegenen Umweltbewusstseins rasant - und das ist das eigentliche Problem, das angegangen werden müsste. Dennoch wäre es falsch, nur zu lamentieren.

Die Reduktion des Plastiktütenaufkommens ist natürlich begrüßenswert. Der Erfolg zeigt, wie wenig es im Prinzip braucht, um gesellschaftspolitisch wünschenswerte Verhaltensänderungen herbeizuführen. Voraussetzung dafür ist der breite Konsens über Interessensgruppen hinweg. Die Plastiktüte war, um dies zu zeigen, das vielleicht simpelste, weil anschaulichste Mittel. Jetzt muss mehr kommen.

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