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Nachhaltig produzierte Lebensmittel:Stiftung Warentest: Diesen Lebensmittel-Siegeln können Sie vertrauen

Fairtrade

Das Fairtrade-Siegel ist Marktführer unter den Nachhaltigkeitssiegeln

(Foto: dpa)
  • Stiftung Warentest hat Nachhaltigkeitssiegel für Lebensmittel untersucht.
  • Drei der sechs geprüften Organisationen gelten in den Augen der Prüfer als besonders vertrauenswürdig.
  • Aber auch die übrigen Siegel konnten belegen, dass sie sich für die sichere Existenz von Bauern in Schwellen- und Entwicklungsländern einsetzen.

Kaffee aus Afrika, Kakao aus Südamerika, Tee aus Indien: Die Rohstoffe für viele Nahrungsmittel stammen aus Entwicklungs- und Schwellenländern, in denen Bauern und Arbeiter oft nicht fair für ihre Produkte entlohnt oder Umweltressourcen ausgebeutet werden. Ausnahme sind die Lebensmittel, auf deren Packung ein entsprechendes Nachhaltigkeitssiegel prangt. Aber wie sehr können sich Verbraucher darauf verlassen, dass hinter diesen Siegeln auch wirklich eine nachhaltige Herstellung steckt?

Um das herauszufinden hat die Stiftung Warentest sechs solcher Siegel überprüft. Das Ergebnis: Drei von ihnen sind besonders vertrauenswert, die Prüfkriterien zweier anderer Siegel hätten nur eine "mittlere Aussagekraft", heißt es in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift test.

Das Siegel Naturland Fair biete die besten Garantien, Marktführer Fairtrade und der Kennzeichnung Hand in Hand wurden eine "hohe Aussagekraft" bescheinigt. Die Siegel Utz Certified und das schwächste Label im Test, Rainforest Alliance Certified, erfüllen hingegen die Ansprüche der Prüfer nicht völlig. Sie stellen demnach weniger anspruchsvolle ökologische, soziale und ökonomische Kriterien auf. Zudem sei in beiden Fällen die Herkunft der Rohware nicht immer eindeutig nachvollziehbar gewesen.

Alle Organisationen setzen sich für Existenz von Bauern in Schwellenländern ein

Ein Sonderfall ist das Siegel Gepa fair+, das keine eigenen Standards festlegt, sondern auf den Richtlinien anderer Siegel basiert. So erfüllen die meisten Produkte im Sortiment die Fairtrade-Kriterien, die übrigen die Standards von Naturland Fair oder Fair for Life.

Alle getesteten Organisationen konnten lauf Stiftung Warentest aber belegen, dass sie sich für eine sichere Existenz von Bauern in Entwicklungs- und Schwellenländern einsetzen. Getestet wurden bis zu vier mit dem jeweiligen Logo versehene Produkte wie Kaffee, Tee, Kakao und Südfrüchte.

Die Nachfrage nach fair gehandelten Produkten hat in den vergangenen Jahren rasant zugenommen. 2014 kletterte der Gesamtumsatz in Deutschland erstmals über die Milliarden-Marke. Fast 80 Prozent davon entfielen auf Produkte mit dem Fairtrade-Siegel.

© SZ.de/AFP/mahu/mmm
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