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Nach Selbstanzeige:Angeblich Steuerrazzia bei Alice Schwarzer

Alice Schwarzer Emma Stiftung

Alice Schwarzer hat sich selbst wegen Steuerhinterziehung angezeigt - doch ist die Anzeige auch wirksam?

(Foto: Paul Zinken/dpa)

Sie hatte sich selbst angezeigt, weil sie Steuern hinterzogen hat. Doch die Steuerfahndung hat einen Verdacht - und durchsucht Räume von Alice Schwarzer, berichten Medien.

Anfang Februar gab Alice Schwarzer öffentlich zu, dass sie jahrelang Steuern hinterzogen hatte. Nun stellt sich die Frage, ob die Selbstanzeige von Schwarzer, die sie 2013 einreichte, gültig ist - oder nicht.

Mitte Mai sollen die Staatsanwaltschaft und die Steuerfahndung Köln "diverse Objekte" der Frauenrechtlerin und Emma-Herausgeberin durchsucht haben, meldet der Spiegel. Außerdem hätte es mehrere Durchsuchungsbeschlüsse für Bankkonten gegeben.

Vorher hatte der Focus berichtet, dass Steuerfahnder eine Wohnung der Feministin durchsucht hätten. Das Magazin beruft sich dabei auf Justizkreise, die von einer "unvollständigen Selbstanzeige" ausgehen.

Ist eine Selbstanzeige nicht gültig, kommt der Steuerhinterzieher nicht straffrei davon. Genau das ist Uli Hoeneß passiert, der vor kurzem seine Haftstrafe angetreten hat.

Seit den Achtzigerjahren hatte Alice Schwarzer Geld in der Schweiz angelegt und die anfallenden Zinsen am deutschen Fiskus vorbeigeschleust. Als das im Februar der Öffentlichkeit bekannt wurde, hatte Schwarzer nach eigenen Angaben bereits lange vorher eine Selbstanzeige gestellt, das Schweizer Konto aufgelöst und etwa 200 000 Euro nachgezahlt. Frauenrechtlerin Schwarzer bezeichnete das Konto auf ihrer Webseite damals als "Fehler", den sie bedauere.

Bei der Staatsanwaltschaft Köln war für eine Stellungnahme niemand zu erreichen.