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Parkland-Massaker Walmart erhöht Mindestalter für Waffenkäufe auf 21 Jahre

Gewehre in einer Walmart-Filiale (Archivbild): Man wolle ein verantwortungsvoller Verkäufer von Schusswaffen sein, teilt der Konzern mit.

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Nach dem Massaker an einer High School in Florida hat der US-Einzelhandelsriese Walmart das Mindestalter für den Kauf von Schusswaffen auf 21 Jahre erhöht. Das teilte das Unternehmen am Mittwochabend (Ortszeit) mit. "Im Licht der jüngsten Ereignisse haben wir die Gelegenheit ergriffen, unsere Regeln beim Verkauf von Schusswaffen zu überprüfen."

Die neue Altersbegrenzung für den Kauf von Schusswaffen und Munition soll so schnell wie möglich in Kraft treten und auch für den Online-Verkauf. Spielzeugwaffen und Softair-Waffen, die Sturmgewehren ähnlich seien, würden zudem von der Webseite genommen. Den Verkauf von halbautomatischen Waffen wie dem Gewehr AR-15, mit dem der Attentäter vor zwei Wochen seine Opfer erschoss, hatte das Unternehmen bereits im Jahr 2015 beendet.

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Vor Walmart hatte die US-Sportladenkette Dick's Sporting Goods angekündigt, sie werde den Verkauf von Sturmgewehren und großen Magazinen beenden. Zudem solle an Menschen unter 21 Jahren keine Schusswaffen mehr verkauft werden, unabhängig von den Gesetzen des jeweiligen Bundesstaates. Die Tatsache, dass der 19-jährige Täter von Florida im November eine seiner Waffen in einem Dick's-Laden gekauft habe, habe zu dieser Entscheidung geführt - auch wenn diese Waffe nicht die Tatwaffe gewesen sei, sagte Unternehmenschef Edward Stack.

Mehr Tote durch Schusswaffen als in jedem anderen entwickelten Land

Bei dem Massaker von Parkland hatte vor gut zwei Wochen ein Ex-Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School in Florida 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen. Die Waffengesetze in den USA sind je nach Bundesstaat anders geregelt. Jagdgewehre dürfen in einigen Staaten bereits von 18-Jährigen erworben werden.

In den USA sterben jedes Jahr Tausende Menschen durch Schusswaffen, viel mehr als in jedem anderen entwickelten Land der Welt. Vor allem die Republikaner verteidigen mit Verweis auf das verfassungsgemäße Recht auf Selbstverteidigung den Zugang zu Schusswaffen.

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