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Nach der Umschuldung:Ratingagentur stuft Griechenland hoch

Vier Notenstufen besser als die alten Papiere: Nach dem Schuldenschnitt stuft die Ratingagentur Fitch die neuen griechischen Staatsanleihen mit B- ein. Ein Schritt nach vorn, doch die Analysten sehen weiterhin ein hohes Risiko, dass Griechenland pleitegeht.

Die Ratingagenturen schickten Griechenland in den Keller. Etage für Etage stuften sie das schuldengeplagte Land herab. Zuletzt verpasste die Agentur Fitch Griechenland vergangene Woche das Label "teilweise zahlungsunfähig", nachdem dies schon ähnlich Standard & Poor's und Moody's gemacht hatten.

Diesen Makel trägt Griechenland auch, weil es seine Gläubiger zur Kasse bietet: Mehr als 100 Milliarden Euro an privaten Schulden werden dem Land erlassen. Klar war trotz der Herabstufungen: Der Zustand "Zahlungsausfall" ist nur temporär. Nach der historischen Umschuldung hat nun also Fitch die Kreditwürdigkeit des Landes heraufgestuft. Fitch versah die neuen Staatsanleihen des Landes mit der Note B-. Es war erwartet worden, dass die neuen Anleihen besser eingestuft werden, die die Anleger im Tausch für die alten Kredite bekommen.

Als sicher gelten die Papiere damit jedoch noch lange nicht. Fitch warnte, es gebe weiterhin ein hohes Risiko, dass Griechenland auch die neuen Anleihen nicht bedienen kann, weil es noch immer so hoch verschuldet ist und die Wirtschaft tief in der Rezession steckt.

Zwar steht ein Rettungspaket mit neuen Krediten in Höhe von 130 Milliarden Euro bereit. Doch der damit verbundene Sparzwang lässt die Wirtschaft des Landes zusammenbrechen: Die Wirtschaftsleistung sinkt auf das Niveau von Peru und Vietnam.

© Süddeutsche.de/bbr

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