Nach der Air-Berlin-Pleite:Air-Berlin-Tochter Niki stellt ab sofort Flugbetrieb ein

Niki

Airbus der Fluggesellschaft Niki.

(Foto: dpa)
  • Die Air-Berlin-Tochter Niki hat Insolvenz beantragt. 1000 Mitarbeitern droht der Jobverlust, sollte sich nicht doch noch ein Käufer finden.
  • Zuvor hatte die Lufthansa ihr Angebot für Niki zurückgezogen. Grund waren wettbewerbsrechtliche Bedenken der EU-Kommission.

Die Air-Berlin-Tochter Niki steht vor dem Aus. Wie die Fluggesellschaft mitteilte, hat sie am Mittwoch einen Insolvenzantrag beim zuständigen Berliner Amtsgericht gestellt. Vorerst sollen keine Flüge mehr durchgeführt werden. Den rund 1000 Niki-Mitarbeitern droht nun der Jobverlust, sollte sich nicht doch noch ein Käufer finden. Tausende Passagiere könnten zudem in den kommenden Wochen stranden, Hunderttausende Tickets ihre Gültigkeit verlieren.

Die Bundesregierung rechnete zuvor bereits mit einer Pleite der Air-Berlin-Tochter. "Alternative Käufer für Niki standen und stehen bis heute nicht zur Verfügung, trotz allerlei öffentlicher Ankündigungen und intensiven Bemühens des Generalbevollmächtigten von Air Berlin", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert, "Insolvenz und Grounding von Niki sind jetzt die Folge."

Die mögliche Insolvenz hatte sich abgezeichnet, nachdem die Lufthansa ihr Angebot für die Air-Berlin-Tochter am Mittwoch zurückzog. Deutschlands größte Airline wollte Niki ursprünglich übernehmen. Die EU-Kommission hatte jedoch wettbewerbsrechtliche Bedenken und wollte eine endgültige Entscheidung erst am 21. Dezember treffen. Lufthansa ist seit der Air-Berlin-Pleite auf vielen innerdeutschen Strecken der einzige Anbieter. Eine Übernahme von Niki hätte die Position der Fluglinie weiter gestärkt.

Die gescheiterte Übernahme ist auch politisch brisant

Lufthansa hatte den Flugbetrieb von Niki bis zuletzt mit etwa zehn Millionen Euro pro Woche aufrecht erhalten. Konzernchef Carsten Spohr hatte jedoch deutlich gemacht, dass er nicht bereit sei, Niki auch für den Zeitraum einer detaillierten Prüfung durch die EU-Kommission zu finanzieren. Diese tiefergehende Untersuchung hätte 90 Arbeitstage gedauert - und wäre für Lufthansa mit zusätzlichen Kosten von mehr als 200 Millionen Euro verbunden gewesen.

Die gescheiterte Übernahme ist auch politisch brisant, weil nun fraglicher denn je ist, ob Air Berlin den Überbrückungskredit der Bundesregierung in Höhe von 150 Millionen Euro jemals zurückzahlen kann. Dieser sollte aus dem Verkaufserlös von Niki und LGW bezahlt werden - dem Vernehmen nach war aber nur das Lufthansa-Angebot dafür hoch genug. "Durch den unerwarteten Ausfall der Erlöse aus dem Niki-Verkauf kann der vom Bund verbürgte Kredit der KfW an Air Berlin möglicherweise nur zum Teil zurückgezahlt werden", erklärte die Bundesregierung.

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