Nach Corona:Die Not ist groß

Aufgrund anhaltend niedriger Inzidenzen in Frankfurt dürfen gastronomische Betriebe ihren Außenbereich auch ohne negativ; B2 Bundestagswahl 2021

In Kneipen und Restaurants ist inzwischen wieder mehr los.

(Foto: Ralph Peters/imago images)

Ein Frage, eine Antwort: Geht es der Gastronomie wieder gut?

Von Sonja Salzburger

Vorbei sind die Monate der hochgestellten Stühle und der verwaisten Terrassen. Wer an einem Sommertag durch Deutschlands Innenstädte schlendert, sieht vor Restaurants und Cafés viele besetzte Tische und Schlangen vor den Eisdielen.

Kaum eine Branche hat so sehr unter den Corona-Beschränkungen gelitten wie das Gastgewerbe. Aber seit Mai gibt es immer mehr Lockerungen und es scheint so, als würde es endlich aufwärts gehen. Nach einer einer aktuellen Umfrage des Hotels- und Gaststättenverbandes (Dehoga) ist die Lage in der Gastronomie allerdings weiterhin angespannt. Rund 36 Prozent weniger Umsatz als im Juni 2019 haben die Hotels und Restaurants in Deutschland im vergangenen Monat gemacht. Dabei gibt es große Unterschiede innerhalb der Branche. Der speisegeprägten Gastronomie, also zum Beispiel Restaurants, Imbissen und Eisdielen, erging es noch vergleichsweise gut: Hier sanken die Umsätze "nur" knapp 30 Prozent. Kneipenbesitzer und andere Vertreter der getränkegeprägten Gastronomie hingegen mussten im Schnitt Umsatzeinbußen von etwa 42 Prozent hinnehmen. Hotels und andere Beherbergungsbetriebe meldeten Verluste von rund 37 Prozent. Am schlechtesten steht es noch immer um das Eventcatering (rund 73 Prozent) und - wenig überraschend - die Clubs und Discotheken. Sie beklagen Verluste von fast 90 Prozent im Vergleich zum Juni 2019.

"Die meisten Betriebe, die dürfen, haben auch geöffnet", sagt die Sprecherin des Dehoga-Bundesverbandes. "Dennoch läuft das Geschäft aufgrund der Corona-Auflagen wie Testpflicht, Kontaktbeschränkungen und Abstandsgebote nur gebremst. Die existenzielle Not ist weiterhin groß." Die größten Herausforderungen seien die Rückzahlung von Krediten, die möglicherweise drohende Rückzahlung von Soforthilfen sowie fällige Zahlungen gestundeter Mieten und Pachten, Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen.

Außerdem fehlen vielerorts die Mitarbeiter. Bei einer Umfrage des Verbandes von Anfang Juni klagten mehr als 42 Prozent der befragten Betriebe über Personalmangel. Viele Restaurants, die noch nicht öffnen konnten, begründen das damit, dass ihre früheren Köchinnen und Kellner nun beispielsweise an Supermarktkassen sitzen - und nicht planen, zurückzukommen. Bis sich die Branche von der Krise erholt, dürfte es noch dauern. Die Hotel- und Gaststättenbetreiber gehen davon aus, dass bei ihnen erst in einem Jahr wieder Normalbetrieb herrschen wird.

© SZ
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