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Nach Abgas-Skandal:Volkswagen kürzt Investitionen um eine Milliarde Euro

Volkswagen CEO Matthias Mueller makes a statement at the VW factory in Wolfsburg

Volkswagen-Chef Matthias Müller: "Wir fahren in den kommenden Monaten auf Sicht."

(Foto: REUTERS)
  • Volkswagen will wegen des Abgas-Skandals im kommenden Jahr eine Milliarde weniger investieren - Arbeitsplätze sind laut VW-Chef Müller aber wohl nicht gefährdet.
  • Ein Ultimatum in den USA und der leere Personalvorstands-Posten im VW-Aufsichtsrat erhöhen unterdessen den Druck auf Müller weiter.

Noch immer ist unklar, wie hoch die finanziellen Konsequenzen des Abgas-Skandals für Volkswagen tatsächlich ausfallen werden. Seine Investitionspläne für das Jahr 2016 hat der Konzern nun trotzdem schon nach unten korrigiert. Maximal 12 Milliarden Euro will VW im kommenden Jahr in Werke und Maschinen investieren - rund eine Milliarde weniger als im Schnitt der vergangenen Jahre. Das gab der Konzern am Freitag im Anschluss an seine Aufsichtsratssitzung bekannt.

"Wir werden alle geplanten Investitionen und Ausgaben strengstens priorisieren. Was nicht zwingend notwendig ist, wird wie angekündigt gestrichen oder geschoben", sagte VW-Chef Matthias Müller. Noch vor einem Jahr hatte VW bis 2019 Sachinvestitionen von 64,3 Milliarden Euro angepeilt - das gilt nach dem Abgas-Skandal als unrealisierbar. Eine vergleichbare Fünf-Jahres-Planung gab der Konzern dieses Mal nicht bekannt.

Keine akute Gefahr für die Stammbelegschaft

Gespart werden soll vor allem bei der Hauptmarke VW. So soll beispielsweise der Bau eines geplanten Designzentrums in Wolfsburg verschoben werden, was zu Einsparungen von 100 Millionen Euro führe. Auch der Bau einer Lackiererei in Mexiko solle überprüft werden. Bei der Modellpalette werde wie bereits bekannt der Nachfolger des Phaeton verschoben, der dann als Elektroauto auf den Markt kommen soll.

Stattdessen will sich VW auf die Elektromobilität und die Digitalisierung der Branche mit immer mehr Internet im Auto konzentrieren. Rund 100 Millionen Euro mehr als bisher geplant sollen in alternative Antriebe investiert werden.

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Fast die Hälfte der Sachinvestitionen soll laut VW zudem in die deutschen Standorte fließen. Dies sei auch ein Bekenntnis zum Heimatmarkt des größten europäischen Autobauers. Trotz der gekürzten Investitionen sieht Müller nach wie vor keine akute Gefahr für die Jobs in der Kernbeschäftigung. "Gemeinsam mit den Arbeitnehmer-Vertretern werden wir weiterhin alles dafür tun, um die Stammbelegschaft an Bord zu halten", sagte er. Risiken gebe es jedoch bei den Jobs von Leiharbeitern.

Noch mehr Arbeit für Müller

Unterdessen gab Volkswagen bekannt, dass der bisherige Personalvorstand des Konzerns, Horst Neumann, Ende des Monats in den Ruhestand gehen werde. Einen Nachfolger für seine Position gibt es bislang nicht. Daher wird VW-Chef Müller vorübergehend die Verantwortung für das Vorstandressort Personal und Organisation übernehmen.

Damit lastet eine weitere Aufgabe auf den Schultern des neuen VW-Chefs. Entspannung gab es zwar aus Brüssel, da die EU-Kommission VW nun doch bis zum Jahresende Zeit geben, um genaue Angaben zum Kohlendioxid-Ausstoß der Fahrzeuge zu machen.

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Das Ultimatum von der US-Umweltbehörde Carb läuft hingegen definitiv an diesem Freitag aus. Volkswagen muss einen Rückrufplan für die 500 000 manipulierten Dieselfahrzeuge in den USA vorlegen - sonst drohen dem Konzern "drakonische Strafen", wie die Carb-Chefin Mary Nichols ankündigte. Sie warnte sogar davor, dass VW möglicherweise einen Teil seiner Autos zurückkaufen müsse.

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