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Munich Re rechnet vor:Folgen für die globalisierte Wirtschaft

Beispiele dafür seien die ungewöhnlich heftigen Tornados in den Südstaaten der USA und, ganz besonders, das Hochwasser in Thailand: Außergewöhnlich starke Niederschläge lösten die teuersten Überschwemmungen in der Geschichte des Landes aus. "Ein Grund dafür ist, dass Atmosphäre und Ozeane sich in den vergangenen Jahren erwärmt haben, es steigt mehr Feuchtigkeit auf - die es auch wieder abregen muss", sagt Gerstengarbe. "An solche Extreme werden wir uns gewöhnen müssen."

Und wohl auch an die Folgen, die sie für die globalisierte Wirtschaft haben können: Die Fertigung von rund 25 Prozent der weltweit benötigten Komponenten für Computer-Festplatten waren durch das Hochwasser in Thailand, einem wichtigen Zuliefererland, stark beeinträchtigt. Es kam zu Verzögerungen und Produktionsunterbrechungen bei Kunden überall auf der Welt - was die Kosten der Katastrophe nach oben trieb.

Das trifft auch die Rückversicherer: Sie müssen zahlen, wenn Lieferketten unterbrochen sind und irgendwo auf der Welt die Produktion ausfällt. Daher wird auch ihnen 2011 wohl als Katastrophenjahr in Erinnerung bleiben: Die versicherten Schäden übertrafen laut Munich Re mit 105 Milliarden Dollar den Rekordwert von 2005: Dieser hatte, die Inflation nicht eingerechnet, bei 101 Milliarden Euro gelegen. Wie hoch die Schäden für die Munich Re sind, will Jeworrek, der bei der Munich Re für das weltweite Rückversicherungsgeschäft zuständig ist, nicht verraten. Nur so viel: "Wir sind auf Extremsituationen vorbereitet." Eins ist laut Versicherungsanalyst Konrad Becker dennoch sicher: Die Prämien für Rückversicherungen dürften 2012 um bis zu zehn Prozent steigen.

© SZ vom 05.01.2012/bürk
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