MTU:Warten auf bessere Zeiten

MTU

Flugzeug-Turbine bei MTU Aero Engines. Wartung und Instandhaltung wachsen gerade langsamer, weil wieder viele Flugzeuge unterwegs sind.

(Foto: picture alliance/dpa/MTU Aero Engines)

Der Triebwerksbauer rechnet mit einem höheren Gewinn. Das Geschäft mit Wartungen enttäuscht allerdings.

Der Münchner Triebwerksbauer MTU Aero Engines steuert nach der Corona-Krise in diesem Jahr wieder auf deutliche Gewinn- und Umsatzzuwächse zu. Zwar hinkt der Verkauf neuer Triebwerke für Airbus- und Boeing-Maschinen in den ersten sechs Monaten noch hinter dem Volumen des Vorjahres her. Doch holt MTU den Rückstand immer stärker auf und rechnet bis zum Jahresende mit einem Plus von bis zu fünf Prozent.

Dagegen wächst das Kerngeschäft mit der Wartung und Instandhaltung der Triebwerke von Verkehrsflugzeugen nicht so schnell wie gedacht, weil die Maschinen angesichts vollerer Flugpläne wieder häufiger in der Luft sind. Das größte Geschäftsfeld hatte MTU in der Pandemie über Wasser gehalten. Vorstandschef Reiner Winkler präzisierte die Prognose: Bis zum Jahresende soll der Konzernumsatz auf 4,3 bis 4,5 (Vorjahr: 4,0) Milliarden Euro steigen; bisher hatte MTU mit 4,2 bis 4,6 Milliarden Euro gerechnet. Die bereinigte operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) soll mit 10,0 bis 10,5 Prozent (2020: 10,5) nun in der oberen Hälfte der bisher genannten Spanne liegen. In den ersten sechs Monaten erreichte MTU eine Marge von 9,5 Prozent.

"Für das zivile Seriengeschäft und das Militärgeschäft sind wir etwas optimistischer als bisher, den Ausblick für die zivile Instandhaltung haben wir etwas zurückgenommen", sagte Winkler. Dort erwartet MTU nur noch ein Umsatzplus von 15 bis 20 (bisher 15 bis 25) Prozent. Analysten waren bisher im Durchschnitt von 4,46 Milliarden Euro Umsatz und einer Ebit-Marge von 10,3 Prozent ausgegangen; die im Dax notierten MTU-Aktien gaben deshalb um 0,4 Prozent auf 211,10 Euro nach.

In den ersten sechs Monaten lag der Umsatz mit 2,00 (2020: 2,05) Milliarden Euro fast wieder auf Vorjahresniveau, das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) ging noch um 15 Prozent auf 190 Millionen Euro zurück. MTU baut am Triebwerk von Pratt&Whitney für den Airbus-Verkaufsschlager A320 neo mit. Der europäische Flugzeugbauer hat bereits wieder Produktionsraten im Visier, die über dem Niveau vor der Corona-Krise liegen. Zwei bis drei Jahre reichten auch MTU, um sich auf eine Produktion von 70 oder gar 75 Airbus A320 pro Monat vorzubereiten, sagte Winkler. "Das wäre auch keine große Investition. Das kostet maximal einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag." Zurzeit läuft die Produktion bei Airbus gerade einmal von 40 auf 45 Maschinen hoch. Den Abbau von rund zehn Prozent der Stellen erklärte Winkler für abgeschlossen. "Ein Mitarbeiter-Aufwuchs ist aber eher ein Thema für 2023", sagte der Vorstandschef. "Die Ressourcen sind verfügbar im Markt." Für das europäische Kampfjet-Projekt FCAS, an dem MTU beteiligt ist, stelle man schon jetzt wieder ein.

© SZ vom 31.07.2021 / Reuters
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