Montagsinterview "Die Ökonomen bellen seit 20 Jahren den falschen Baum an"

"Die Globalisierungsgewinne sind unfair verteilt. Deshalb können Populisten das Nationale gegen das Globale wenden", sagt Moritz Schularick. Er ist Professor für Makroökonomie an der Universität Bonn.

(Foto: Stefan Finger/laif)

Die Gefahr für die Globalisierung kommt von rechts, nicht von links, sagt Forscher Moritz Schularick. Er fordert Geld für Schulen und Straßen.

Von Alexander Hagelüken

Wer Moritz Schularick an seinem Bonner Lehrstuhl trifft, findet im Erdgeschoss zufällig Büros der Deutschen Bank. Bei dem Geldhaus fing der Ökonom nach der Uni an, bevor er ein international bekannter Forscher wurde, der sich mit Finanzkrisen genauso beschäftigt wie mit Geldanlage und Populisten.

SZ: Moritz Schularick, die Globalisierung erhöhte den Wohlstand insgesamt enorm. Trotzdem scheinen viele Menschen in den Industriestaaten unzufrieden und wählen Rechtspopulisten. Wie erklären Sie das?

Moritz Schularick: Die Globalisierungsgewinne sind unfair verteilt. Deshalb können Populisten das ...