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Mode:Pandemie treibt Boss zu harten Maßnahmen

Der Modekonzern Hugo Boss steuert mit Kostensenkungen, dem Verschieben von Investitionen und höheren Kreditlinien gegen die Folgen der Corona-Pandemie.

Im Februar schien noch alles in Ordnung zu sein: Models präsentieren in Mailand die Kollektion für Herbst und Winter 2020.

(Foto: Andreas Solaro/AFP)

Wochenlange Ladenschließungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie setzen den Modekonzern Hugo Boss stärker unter Druck. Das defizitäre Unternehmen aus Metzingen stemmt sich dagegen mit Kostensenkungen, dem Verschieben von Investitionen und höheren Kreditlinien. Hugo Boss habe seinen Konsortialkredit auf 633 Millionen Euro aufgestockt und sich weitere Darlehen über 275 Millionen Euro gesichert, die zum Teil über die Staatsbank KfW abgesichert sind, erklärte Vorstandssprecher Yves Müller am Dienstag.

Die Banken hätten sich einverstanden erklärt, die Auflagen für die Kredite (Covenants) bis Ende 2021 auszusetzen, teilte das schwäbische Unternehmen weiter mit. Bei Covenants haben die Banken das Recht, Kredite vorzeitig fällig zu stellen, wenn der Kreditnehmer bestimmte Ertragskennziffern verfehlt. Von dem Konsortialkredit hat Boss bisher 212 Millionen Euro gezogen, von dem bis Juni 2022 laufenden KfW-Kredit noch nichts. Im zweiten Quartal rutschte Boss bei einem Umsatzrückgang um 60 Prozent auf 275 Millionen Euro mit 250 Millionen Euro vor Steuern und Zinsen (Ebit) tief in die Verlustzone. Ein Jahr zuvor stand noch ein positives Ebit von 80 Millionen zu Buche.

© SZ vom 05.08.2020 / Reuters

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