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Mobilität:Lufthansa mustert 40 Flugzeuge aus

FILE PHOTO: Outbreak of the coronavirus disease (COVID-19) in Frankfurt

Etliche Flugzeuge werden nicht nur zeitweise eingemottet, sondern ganz abgeschafft wegen der Pandemie: 22 Kurzstrecken-Maschinen sowie sechs große Airbus A380 und fünf Jumbo-Jets von Boeing.

(Foto: Kai Pfaffenbach/Reuters)

Der Luftfahrt-Konzern verschärft infolge der Corona-Krise sein Sparprogram: Etliche Flugzeuge werden für immer stillgelegt.

Lufthansa hat als Konsequenz aus der Corona-Krise drastische Einschnitte bei der Flotte beschlossen, die auch langfristig wirken sollen. Der Konzern will bei den Flugbetrieben Lufthansa, Lufthansa Cityline, Eurowings und Germanwings mehr als 40 eigene Flugzeuge dauerhaft ausmustern, hinzu kommen weitere Kürzungen bei den Tochtergesellschaften Austrian und Swiss. Germanwings, die derzeit noch im Auftrag von Eurowings fliegt, wird ganz aufgelöst. Auch alle Mietverträge mit externen Anbietern werden gekündigt. Dies betrifft mindestens 30 weitere Maschinen.

Der Konzernvorstand hatte am Dienstag ein Restrukturierungspaket beraten, das Lufthansa auf die Zeit nach der Corona-Krise vorbereiten soll. Das Gremium geht nicht davon aus, dass der Luftverkehr schnell auf das Niveau vor der Coronakrise zurückkehren wird. Es werde "Monate dauern", bis die Reisebeschränkungen vollständig aufgehoben werden und Jahre bis die Nachfrage wieder auf dem Vorkrisen-Niveau angekommen sein wird. Daher müsse die Kapazität in den Flugbetrieben und in der Verwaltung längerfristig abgesenkt werden.

Bei der Kernmarke Lufthansa selbst werden zahlreiche Langstreckenflugzeuge außer Betrieb genommen. Darunter sind sechs Airbus A380, die ursprünglich erst 2022 an Airbus zurückgegeben werden sollten. Lufthansa mustert dazu fünf Boeing 747-400 und zehn Airbus A340 aus. Darüber geben Lufthansa und Eurowings 22 Kurzstreckenflugzeuge auf.

Ebenso wird Germanwings abgewickelt. Die Firma flog bislang mit etwa 30 Maschinen im Auftrag von Eurowings und beschäftigt 1500 Mitarbeiter. Die Piloten haben generell ein Rückkehrrecht zu Lufthansa, für die Flugbegleiter sollen anderswo im Konzern Arbeitsplätze gefunden werden, vor allem bei Eurowings. Die Gewerkschaften UFO (Flugbegleiter) und Vereinigung Cockpit (VC) werfen Lufthansa vor, die Corona-Krise auszunutzen, um unpopuläre Maßnahmen durchzudrücken. Germanwings sollte schon mehrfach in den vergangenen Jahren geschlossen werden, doch die Entscheidung wurde immer wieder verschoben. Zuletzt wurde der Ableger benötigt, um nach der Pleite von Air Berlin möglichst viel Kapazität bereitstellen zu können. Das Tochterunternehmen leidet aber traditionell unter hohen Personalkosten.

© SZ vom 08.04.2020

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