Die Telekommunikationsfirma Mobilcom wird mit ihrer Internet-Tochter Freenet fusionieren.
Nach den Aktionären von Mobilcom stimmten auch die Anteilseigner von Freenet auf ihrer Hauptversammlung in Hamburg der Verschmelzung fast einstimmig zu.
Mobilcom bietet für jede Freenet-Aktie 1,15 eigene Anteile. Die Fusion soll im ersten Quartal 2006 abgeschlossen werden.
An der Frankfurter Börse wurde die Nachricht verhalten positiv aufgenommen. Die Mobilcom-Aktie notierte gegen 11.30 Uhr im elektronischen Handel mit 20,20 Euro, ein Plus von 1,25 Prozent. Die Freenet-Aktie verlor zu Börsenbeginn zunächst leicht, lag dann aber um 0,61 Prozent im Plus bei 22,97 Euro. Mobilcom hält derzeit einen Anteil von 50,4 Prozent an Freenet.
Beide Unternehmen sollen zunächst zur Telunico verschmolzen werden, bevor diese später in Mobilcom-Freenet AG umbenannt wird. Chef des neuen Unternehmens soll der bisherige Freenet-Vorstandsvorsitzende Eckhard Spoerr werden. Das Bundeskartellamt genehmigt den Zusammenschluss bereits im Vorprüfverfahren.
Für aggressive Investitionspolitik bekannt
Die Mobilcom-Führung verspricht sich von der Fusion Kosteneinsparungen: Das künftige Unternehmen soll Mobilfunk, Festnetztelefonieren und Internetdienstleistungen aus einer Hand anbieten. Zudem locken stille Reserven bei Freenet in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro.
Kritiker fürchten allerdings, dass der Mobilcom-Großaktionär Texas Pacific Group (TPG) eine Sonderdividende erzwingen könnte. Sie werfen dem für seine aggressive Investitionspolitik bekannten US-Fonds vor, die Zukunft des Unternehmens und damit Tausende von Arbeitsplätzen zu gefährden. Über die Verwendung des Bilanzgewinnes soll die Hauptversammlung der neu entstehenden Aktiengesellschaft Telunico entscheiden.