bedeckt München
vgwortpixel

Gutachten des Wirtschaftsministeriums:Altersgeld mit einer Erwerbstätigkeit kombinieren

Der Beirat wünscht sich von der Bundesregierung außerdem neue flexiblere Regeln für den Eintritt in die Rente, um ältere Beschäftigte möglichst lange am Arbeitsmarkt zu halten.

Ein Vorbild ist für die Experten hier Norwegen: Dort können Arbeitnehmer flexibel zwischen 62 und 75 Jahren in Rente gehen und ihr Altersgeld mit einer Erwerbstätigkeit kombinieren. Der Beirat empfiehlt deshalb, die bestehenden Obergrenzen für den Hinzuverdienst von Frührentnern aufzugeben und Renten wie die Rente ab 63 oder nach 35 Beitragsjahren abzuschaffen.

Das soll helfen, Anreize zum vorzeitigen Abschied aus dem Arbeitsleben abzubauen. Stattdessen soll es ein "Vollrentenalter", zum Beispiel 67, geben, bei dem die volle Rente ausgezahlt wird. Wer ab einem bestimmten Mindestalter früher geht, bekommt das Altersgeld gekürzt. Wer über das Normalmaß hinaus im Berufsleben bleibt, erhält Zuschläge.

Abschläge von 3,6 Prozent pro Jahr des vorzeitigen Rentenbezugs und Zuschläge in Höhe von sechs Prozent pro Jahr des aufgeschobenen Eintritts in den Ruhestand gibt es schon jetzt. Diese seien jedoch zu niedrig und "versicherungsmathematisch nicht haltbar", kritisieren die Gutachter.

Der Beirat hält ebenfalls Regelungen im Steuerrecht für falsch, die Frauen vom Arbeitsmarkt eher abhalten. Dazu gehört für die Ökonomen die Möglichkeit für Ehepaare, die Steuerklassen III und V zu wählen.

Fehlanreiz, der die "Erwerbsmotivation von Zweitverdienern untergräbt"

Bei Paaren, bei denen einer mehr verdient, ist dieses Modell sehr beliebt. Schließlich fällt so die monatliche Netto-Auszahlung beider Eheleute höher aus als bei der Kombination der Steuerklassen IV und IV, obwohl der Partner mit Klasse V überproportional viel Lohnsteuer zahlt.

Der Beirat sieht darin einen Fehlanreiz, der die "Erwerbsmotivation von Zweitverdienern untergräbt". Er empfiehlt, die Steuerklassenkombination III und V abzuschaffen. Ob der Beirat mit diesem Vorschlag bei der Bundesregierung durchdringen wird, ist jedoch fraglich. Im Koalitionsvertrag steht dazu gar nichts.

SZ Espresso Newsletter

Auch per Mail bestens informiert: Diese und weitere relevante Nachrichten finden Sie - von SZ-Autoren kompakt zusammengefasst - morgens und abends im SZ Espresso-Newsletter. Hier bestellen.