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Mietpreis-Vergleich:Deutlich weniger Wohnung fürs gleiche Geld

Berlin am Morgen

Dass es für rund 1000 Euro nur noch deutlich kleinere Wohnungen zu mieten gibt, hängt vor allem mit dem Anstieg der Mieten zusammen.

(Foto: dpa)

Wer vor zehn Jahren 1000 Euro Miete zahlte, bekam dafür bis zu 46 Quadratmeter mehr als heute. Doch wer nun auf einen Corona-Effekt hofft, dürfte enttäuscht werden.

Wer 2009 monatlich 1000 Euro für die Kaltmiete zur Verfügung hatte, konnte dafür selbst in den Großstädten Deutschlands noch geräumige Wohnungen bekommen. In Berlin gab es im Mittel 120 Quadratmeter, im teuren München immer noch 86 Quadratmeter. Zehn Jahre später erhält man fürs gleiche Geld deutlich weniger. In München werden für 1000 Euro nur noch 55 Quadratmeter angeboten, in der Bundeshauptstadt nur noch 74 Quadratmeter - ein Rückgang von 38 Prozent. Das geht aus einer Analyse des Immobilienportals Immowelt hervor.

Für die Untersuchung wurden angebotene Mietwohnungen mit Nettokaltmieten zwischen 900 und 1100 Euro in den 14 deutschen Städten mit mehr als 500 000 Einwohnern untersucht. Demnach schrumpfte die Wohnfläche, die Mieter fürs gleiche Budget erhalten, seit 2009 in Berlin am stärksten.

In anderen Großstädten verringerten sich die angebotenen Wohnflächen für die 1000 Euro ebenfalls deutlich, auch in den ostdeutschen Metropolen. In Dresden und Leipzig war der Rückgang mit 46 beziehungsweise 42 Quadratmetern ähnlich stark wie in Berlin. In Nürnberg waren es laut Immowelt 36 Quadratmeter - das entspricht umgerechnet in etwa der Fläche von ein bis zwei Zimmern. Am geringsten fiel der Schwund mit 21 Quadratmetern in Hamburg und Köln aus.

Nun entsprachen 1000 Euro wegen der jährlichen Teuerung beziehungsweise Inflation 2009 noch einer höheren Kaufkraft. Dass es für rund 1000 Euro nur noch deutlich kleinere Wohnungen zu mieten gibt, hängt aber vor allem mit dem Anstieg der Mieten zusammen, der in den Großstädten im vergangenen Jahrzehnt besonders hoch war. Dadurch verstärkt sich der sogenannte Lock-in-Effekt: "Selbst Umzugswillige bleiben in ihren großen Mietwohnungen, da ein Wechsel in eine kleinere Immobilie nicht mit einer Kostenersparnis verbunden wäre", teilt das Immobilienportal mit.

Oftmals müssten Mieter beim Umzug sogar mehr Geld für eine kleinere Wohnung ausgeben. Dies trägt dazu bei, dass Mieter weniger mobil sind: Ältere Paare, deren Kinder bereits ausgezogen sind, und verwitwete alte Menschen bleiben in ihren großen, günstigen Wohnungen. "Es mangelt an Anreizen für einen Umzug, wodurch sich der Markt für junge Familien weiter anspannt", heißt es bei Immowelt.

Viele Wohnungssuchende fragen sich nun jedoch: Werden durch die Corona-Krise die Mieten zurückgehen? Bislang sind die Angebotsmieten in den 14 größten Städten Deutschlands noch relativ stabil: In sechs der 14 größten Städte blieb der Quadratmeterpreis im März bei Neuvermietungen unverändert im Vergleich zum Januar vor Beginn der Pandemie. Lediglich in München (minus vier Prozent) und Köln (minus drei Prozent) gingen die Preise leicht zurück. Das Berliner Analysehaus Empirica rechnet für die kommenden Monate damit, dass die Mieten allenfalls geringfügig nachgeben, und das nur für kurze Dauer, um danach wie vor Corona weiter zu stagnieren.

© SZ.de/vit
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