Die Mieten in deutschen Städten sind am Jahresende 2025 einer Studie zufolge deutlicher gestiegen als die Verbraucherpreise. Im vierten Quartal legten sie im bundesweiten Durchschnitt um 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Montag zu seiner Auswertung mitteilte. Inflationsbereinigt zogen die Angebotsmieten demnach um 2,3 Prozent an. „Wohnungssuchende haben es aktuell schwer“, sagte IfW-Immobilienexperte Jonas Zdrzalek. „Das klassische Angebot geht zurück, die Preise steigen und die Konditionen werden über immer mehr befristete Verträge oder möblierte Angebote härter.“
Verglichen mit dem Vorquartal legten die Angebotsmieten um 1,0 Prozent zu. In sieben der acht größten deutschen Städte stiegen sie. Besonders kräftige Zuwächse verzeichneten demnach Köln mit plus 3,4 Prozent und München mit plus 1,9 Prozent. In Hamburg und Frankfurt am Main entsprachen die Anstiege in etwa dem bundesweiten Durchschnitt von einem Prozent. Düsseldorf verzeichnete einen Mini-Rückgang (minus 0,1 Prozent).
Am höchsten lag die durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter in München mit 23,35 Euro, gefolgt von Frankfurt am Main mit 17,36 Euro. Leipzig ist mit 10,22 Euro pro Quadratmeter die günstigste Stadt unter den Top acht. Über alle 37 erfassten Städte und Regionen hinweg ergibt sich ein Durchschnitt von 14,41 Euro pro Quadratmeter.
Die Zahl der Wohnungsinserate nahm den Angaben nach am Jahresende 2025 um mehr als zehn Prozent ab. Im langfristigen Vergleich liegt die Zahl der Wohnungsinserate zur Miete damit etwa 20 Prozent unter dem Niveau von 2015. Zugleich erreichte der Anteil befristeter Verträge und möblierter Wohnungen ein Rekordhoch: Bundesweit entfielen 2025 inzwischen mehr als 17 Prozent aller Inserate auf dieses Segment, also mehr als jedes sechste Inserat. In den acht größten Städten lag der Anteil bei nahezu einem Viertel, in München sogar bei rund einem Drittel.
„Bei Neuvermietungen in Großstädten dürften gerade Geringverdiener beziehungsweise Menschen in Ausbildung und Studium zunehmend an ihre Belastungsgrenze stoßen“, sagte Zdrzalek. „Auch Fachkräfte aus dem In- und Ausland tun sich mit einem Umzug vermutlich oft schwer.“ Das weiter sinkende Mietangebot könne auch ein Zeichen dafür sein, dass Menschen mit Altverträgen ihre Wohnung nach Möglichkeit halten oder viele Objekte mittlerweile ohne Inserat vergeben werden.
