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Mieten:Immobilienbranche warnt vor steigenden Nebenkosten

Mehrfamilienhaus in Mainz

Ein Blick auf die Balkone eines Mehrfamilienhauses.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wohnen wird immer teurer. Das liegt nicht nur an den Kaltmieten, zeigen neue Zahlen: Die Immobilienbranche gibt den steigenden Nebenkosten die Schuld.

  • Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen sieht deutliche Steigerung bei Nebenkosten.
  • Etwa 500 000 Wohnungen fehlen laut Verband, vor allem Mehrfamilienhäuser.
  • In Großstädten herrscht Knappheit, auf dem Land gibt es Leerstand.

Nebenkosten steigen schneller als Kaltmieten

Wer zur Miete wohnt, bemerkt es auf dem Konto: Wohnen wird immer teurer. Die Bundesregierung hat bereits auf die Klagen reagiert. Eine Mietpreisbremse soll übertriebene Preissprünge bei der Wiedervermietung begrenzen. Nach Ansicht des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) liegen die höheren Wohnkosten aber nicht nur an den Kaltmieten - die seien bei den GdW-Mitgliedern im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent gestiegen. Die größere Belastung komme von den stark steigenden Nebenkosten. Um 2,8 Prozent sind diese laut GdW nach oben gegangen.

Der Grund: Der Strompreis zieht an

Besonders Energie- und Strompreise machten Wohnen teuer. Der Strompreis habe sich seit dem Jahr 2000 nahezu verdoppelt. Inzwischen bezahlten viele Haushalte mehr für Strom als fürs Heizen, sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko. Der Verband fordert deshalb eine Nebenkosten-Bremse.

6,82 Euro pro Quadratmeter - Tendenz steigend

Die Angebotsmieten für Neu- und Wiedervermietung stiegen dem Verband zufolge im vergangenen Jahr mit 3,5 Prozent etwas stärker als zuvor. Nettokalt lagen sie im Schnitt bei 6,82 Euro pro Quadratmeter. Im ersten Quartal 2014 habe sich die Entwicklung aber beruhigt.

500 000 Wohnungen fehlen

Bei seinen Mitgliedern erwartet der Verband für dieses Jahr steigende Investitionen. Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen werde voraussichtlich um 35 Prozent anziehen, die Investitionen in den Neubau um mehr als 22 Prozent. Dennoch werde lange nicht genug gebaut. Derzeit fehlten laut GdW etwa 500 000 Wohnungen, vor allem Mehrfamilienhäuser.

Gebremst werde der Neubau vor allem von anziehenden Baukosten und der Unsicherheit in Bezug auf Gesetzesvorhaben der Bundesregierung, sagte Verbandspräsident Gedaschko. Im Vergleich zum Jahr 2000 hätten die Baukosten um 28,7 Prozent zugenommen. Der Verdacht liege nahe, dass Zulieferer hier kräftig kassierten. Von der Bundesregierung fordert der Verband daher die Einrichtung einer Baukostensenkungs-Kommission.

Leerstand auf dem Land

Während Wohnungen in beliebten Großstadtlagen knapp sind, warnte der GdW für die ostdeutschen Bundesländer vor einer neuen Leerstandswelle. Hier hätten Ende 2013 insgesamt 580 000 Wohnungen leergestanden. Fast jedes dritte GdW-Unternehmen im Osten verzeichne sogar wieder steigende Leerstände. Besonders extrem sei die Situation in den Landkreisen Uecker-Randow in Mecklenburg-Vorpommern, Jerichower Land (Sachsen-Anhalt) sowie Aue-Schwarzenberg sowie dem Erzgebirgs- und dem Vogtlandkreis in Sachsen.

Wer ist der Verband?

Der GdW vertritt bundesweit etwa 3000 Wohnungsunternehmen, die sechs Millionen Wohnungen vermieten. Das ist fast ein Drittel des deutschen Mietwohnungsmarktes.

© SZ.de/dpa/infu/bbr
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