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Metro-Übernahme:Überraschende Wende

Die Alt-Aktionäre des Handelskonzerns, die Beisheim Gruppe und die Meridian Stiftung, signalisieren auf einmal, mit dem tschechischen Milliardär Daniel Křetínský, der Metro eigentlich ganz kaufen will, gemeinsame Sache machen zu wollen.

Die Zukunft der Metro könnte eine überraschende Wendung nehmen. Die verbleibenden Altaktionäre, die Beisheim-Gruppe und die Meridian Stiftung, signalisierten, an einer Zusammenarbeit mit Daniel Křetínský interessiert zu sein. Der tschechische Milliardär ist neuer Großaktionär bei der Metro. Formal lehnten Beisheim und Meridian zwar am Montagabend sein Angebot für eine Komplettübernahme ihrer Anteile zum Preis von 16 Euro pro Stammaktie ab. Es werde nach Aussage beider Seiten aber noch vor Ablauf der Frist des Übernahmeangebots am 7. August zu einem persönlichen Treffen von Křetínský und den Chefs von Beisheim und Meridian kommen. Die Altaktionäre wollen ihre Anteile in einem Pool bündeln, womit sie 20,56 Prozent der Stammaktien hielten. Außerdem erklärten sie, sich vorstellen zu können, weitere Anteile hinzuzukaufen. Das kann, muss aber nicht bedeuten, dass sie eine Sperrminorität von 25 Prozent anstreben, um Entscheidungen von Křetínský blockieren zu können. Es kann Insidern zufolge aber auch heißen, dass sie gemeinsame Sache mit Křetínský machen wollen. Der Einstieg des Tschechen wäre demnach eine Art Weckruf für die Altaktionäre. Offiziell lassen sie nun verkünden, nach Jahren der Trägheit, aktive Aktionäre sein zu wollen. Jetzt, da die Fokussierung der Metro auf das Großhandelsgeschäft geklärt ist und Křetínský mit Elan voranschreitet, scheinen sie die Chancen des neuen Geschäftsmodells zu erkennen.

Bei Křetínský ist die entscheidende Frage, was er mit der Aktienoption tun möchte, die er von dem dritten Altaktionär Haniel erhalten hat. Faktisch hält er derzeit etwa 17 Prozent der Metro-Stammaktien. Mit der Option könnte er auf mehr als 33 Prozent aufstocken. Oder er kauft nur einen Teil der Aktien. Sein erklärtes Ziel ist, 67,5 Prozent der Stammaktien zu kaufen und mit einem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag die Kontrolle auszuüben. Es könnte zwar sein, auch wenn sich Beisheim und Meridian zusammengeschlossen haben, dass sich einer von beiden Křetínský anschließt. Ohne die beiden wird Křetínský aber kaum 67,5 der Stammaktien bekommen. Er könnte daher beschließen, mit Beisheim und Meridian zu kooperieren. Auch so verkleinert sich die Anzahl der Aktionäre. Ein Ziel, das Křetínský anstrebt, um Metro schlagkräftiger zu machen.