Metro Křetínský bringt sich in Stellung

Der Metro-Investor fordert einen schnelleren Umbau des Handelskonzerns und unterstützt den Verkauf der Real-Märkte.

Von Michael Kläsgen, Berlin

Der tschechische Investor Daniel Křetínský unterstützt den vom Handelskonzern Metro eingeleiteten Verkauf der Real-Märkte. In einem Gespräch mit Journalisten erklärte der 43-jährige Milliardär, es wäre aber auch "nicht dramatisch", wenn sich der Verkauf nicht realisieren würde. Křetínský war im Sommer überraschend bei Metro eingestiegen und hält inzwischen etwas mehr als zehn Prozent an dem Konzern. 2016 hatte die von ihm mitgegründete Holding EPH die Braunkohlewerke von Vattenfall in der Lausitz übernommen. Vor Kurzem hatte er zudem die französische Tageszeitung Le Monde und andere französische Medien gekauft.

Mit der Äußerung zu Real nahm Křetínský den Druck von Unternehmenschef Olaf Koch. Der hatte angekündigt, Real als Ganzes bis zum Ende des ersten Quartals 2019 verkaufen zu wollen. Der Plan gilt in der Branche als ehrgeizig. Als Entwarnung für das Management ist Křetínský Aussage dennoch nicht zu verstehen. Der Investor sagte, solange EPH nicht im Aufsichtsrat vertreten sei, wolle er sich mit Kommentierungen zum Management zurückhalten. Voraussichtlich wird im späten Frühjahr soll einer seiner Vertreter in das Kontrollgremium einziehen. Křetínský kündigte an, das Mandat dann offensiv wahrnehmen zu wollen. Eine Strategie für Metro sei bereits ausgearbeitet.

Křetínský umschrieb auch, worin sie bestehen könnte: Nach seinen Vorstellungen soll sich der Handelskonzern zu einem globalen Lebensmittelgroßhändler für Hotels, Restaurants und Caterer entwickeln. Er solle aber in jedem Land, in dem er vertreten ist, nach den dortigen Kundenwünschen und Landesgegebenheiten agieren. Křetínský fordert regional flexible Geschäftsmodelle und eine bessere Lieferlogistik. Nicht nur die Digitalisierung, die Transformation des Geschäftsmodells insgesamt müsse beschleunigt werden, sagte er.