Soziale MedienMeta zu Millionenstrafe verurteilt – Gericht sieht Kinder gefährdet

Lesezeit: 1 Min.

Der Fall wird in den USA aufmerksam verfolgt. (Symbolbild)
Der Fall wird in den USA aufmerksam verfolgt. (Symbolbild)
Jens Büttner/dpa

Sind Metas Plattformen sicher für Kinder und Jugendliche? Ein US-Gericht findet das nicht, verhängt eine hohe Geldstrafe und ordnet weitere Auflagen an. Damit dürfte das Verfahren aber noch lange nicht vorbei sein.

SZ bei Google bevorzugen

Ein Gericht im US-Bundesstaat New Mexico hat den Facebook-Mutterkonzern Meta wegen Gefährdung der psychischen Gesundheit von Kindern zu einer Strafe von 567 Millionen Dollar verurteilt. Der Konzern kündigte Berufung an und erklärte: „Wir sind weiterhin überzeugt, beim Schutz von Jugendlichen im Internet eine gute Bilanz vorweisen zu können, und werden uns auch künftig gegen Behauptungen wehren, die den Sachverhalt falsch darstellen.“

Strengere Kontrollen vorgesehen

Neben der Geldstrafe muss das Unternehmen dem Urteil vom Donnerstag zufolge seine Plattformen für Minderjährige in dem Bundesstaat anders ausgestalten. Richter Bryan Biedscheid gab damit dem Generalstaatsanwalt und Justizminister des Bundesstaates, Raúl Torrez, recht. Dieser hatte Meta vorgeworfen, seine Produkte seien darauf angelegt, junge Nutzer abhängig zu machen; zudem schütze der Konzern Kinder nicht ausreichend vor sexueller Ausbeutung.

Die auf fünf Jahre angelegte Anordnung sieht unter anderem monatliche Begrenzungen der Nutzungsdauer für Jugendliche bei Facebook und Instagram, Einschränkungen bei Benachrichtigungen sowie strengere Kontrollen für Kontakte zwischen Erwachsenen und Minderjährigen vor.

Andere Bundesstaaten könnten folgen

Das Urteil erging in der zweiten Phase eines Gerichtsverfahrens, in dem es um die Frage ging, ob die Plattformen von Meta nach dem Recht von New Mexico eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen. Bereits im März hatte eine Jury entschieden, dass der Konzern gegen das Verbraucherschutzgesetz des Bundesstaates verstoßen hat, weil er die Sicherheit von Facebook und Instagram für junge Nutzer irreführend dargestellt hatte. Dafür war Meta zu 375 Millionen Dollar Schadenersatz verurteilt worden.

Der Fall wird in den USA aufmerksam verfolgt, da auch andere US-Bundesstaaten, Kommunen und Schulbezirke mit ähnlichen Klagen Änderungen in der gesamten Branche der sozialen Medien erzwingen wollen.

© SZ/rtr/gelu - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Künstliche Intelligenz
:Meta-KI hackt bei Test Firma – Sorgen um Sicherheit wachsen

Ein leistungsfähiges Meta-Modell verschafft sich Zugang zum Internet und nutzt eine Sicherheitslücke bei einem Drittanbieter aus. Ähnliche Vorfälle gab es zuletzt bei Open AI und Anthropic.

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: