Messeranking Gut positioniert

Die großen Messen sind mittlerweile in vielen Ländern aktiv. Davon profitieren auch die Messestandorte in Deutschland. Viele Messegesellschaften wollen nun noch mehr heimische Veranstaltungen im Ausland etablieren.

Von Helga Einecke

Konkurrenz belebt das Geschäft, auch bei den deutschen Messegesellschaften. Mit einem Jahresumsatz von 415 Millionen Euro hat sich die Messe München 2018 auf den zweiten Platz vorgeschoben, obwohl keine Bauma am Heimatstandort stattfand. Sie rangiert zwischen der Messe Frankfurt (715 Millionen Euro Umsatz) und der Messe Berlin (347 Millionen Euro). "Unser Erfolg macht uns sehr stolz. Dieser Spitzenplatz signalisiert, dass wir mit unserem Kurs goldrichtig liegen", sagt Messechef Klaus Dittrich. Insbesondere der kontinuierliche Ausbau des internationalen Geschäfts sei ein wichtiger Erfolgsfaktor. Von der Positionierung im Ausland profitiere die Messe auch stark im Inland: "Wenn wir ein neues Thema zum Beispiel in China oder in Indien etabliert haben, ist im Nachgang die Beteiligung aus diesen Ländern in München gestiegen. Sowohl auf der Aussteller- wie der Besucherseite", so Dittrich.

Auch die Messe Berlin spricht von neuer Höchstleistung und dem besten Wert in der Unternehmensgeschichte. "Der erfolgreiche Verlauf des Jahres 2018 gibt uns Rückenwind für die anstehenden Aufgaben. Wir fokussieren uns auf den Ausbau unseres Portfolios, die weitere Digitalisierung und die Modernisierung der Infrastruktur unseres Geländes", sagt Messechef Christian Göke. Seine Messe habe ihr Profil als Ausrichter von Veranstaltungen zur Digitalisierung geschärft. "Kongresse und Messen zu IT und Digitalisierung sind nicht tot", so Göke. Er betont den Erfolg der Funkausstellung IFA und setzt damit auch einen Kontrapunkt zur Konkurrenz in Hannover, wo die Deutsche Messe ihre Computermesse Cebit eingestellt hat.

Die Digitalisierung und die Modernisierung der Gelände und die damit verbundenen Investitionen sind auf allen Messeplätzen ein Thema. Werner Dornscheidt, Messechef in Düsseldorf, spricht von massiven Veränderungen. Die Leitmessen der Branchen hätten sich zu Orten von Wissenstransfer und Austausch von Start-ups bis zu Weltkonzernen gewandelt. "Entstanden ist eine Messe vollkommen neuen Typs", sagt er.

Die Messe Düsseldorf hat mit einem Auslandsanteil von 15 bis 22 Prozent vor allem international Nachholbedarf. Deshalb sollen die derzeitigen Schwerpunkte, Kunststoffe, Verpackung, Medizintechnik und Metallverarbeitung in Deutschland als Leitmessen bleiben und im Ausland mehr Ableger bekommen. Mit Messe-Familien agieren die großen Messeplätze schon seit einigen Jahren. Als Beispiel nennt Dornscheidt seine Kunststoff-Schau in Shanghai, die jetzt schon größer ist als die in Düsseldorf. "Das Ausland ist kein Allheilmittel", warnt er zugleich. Viele Plätze außerhalb des Bundesgebiets seien nicht in der Lage, die Funktionen aller Maschinen zu zeigen, weil ihnen schlicht der Strom fehle. Nach einem schwächeren Jahr 2018 will die Messe Düsseldorf im laufenden Jahr einen Umsatz von 322 Millionen Euro machen.