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Merkel in Peking:China kauft Airbusse für 17 Milliarden Dollar

German Chancellor Angela Merkel and Chinese Premier Li Keqiang smile after a signing ceremony at the Great Hall of the People in Beijing

Lächeln und Geschäfte machen: Angela Merkel mit Chinas Premier Li Keqiang.

(Foto: REUTERS)
  • Kanzlerin Angela Merkel ist zu Besuch in Peking.
  • Gleich zu Beginn ist ein großes Geschäft abgeschlossen worden. Airbus soll 130 Flugzeuge im Wert von 17 Milliarden US-Dollar an China liefern.
  • Später trifft Merkel auf Staatspräsident Xi Jinping. Bei den Gesprächen soll es auch um die Lösung internationaler Krisen gehen.

Überraschend großer Auftrag

Beim Besuch von Kanzlerin Angela Merkel in Peking sind Wirtschaftsabkommen in zweistelliger Milliardenhöhe unterzeichnet worden. Airbus vereinbarte die Lieferung von insgesamt 130 Flugzeugen mit einem Listenpreis von 17 Milliarden US-Dollar (15,5 Mrd. Euro), wie ein Firmenvertreter der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Es ist einer der größten Aufträge, die China bisher abgeschlossen hat." Es geht um 100 Maschinen vom Typ A320 und 30 weitere vom Typ A330. Sie sollen zwischen 2016 und 2018 an die chinesischen Airlines ausgeliefert werden.

Zu den weiteren Vereinbarungen gehört unter anderem eine strategische Kooperation zwischen dem deutschen Maschinenbauunternehmen Voith und der chinesischen Drei-Schluchten-Gesellschaft, die den Staudamm am Jangtse-Fluß gebaut hat. Die Abkommen wurden in Gegenwart von Kanzlerin Merkel und Regierungschef Li Keqiang unterzeichnet.

Der Umfang ist überraschend groß, da bei der Reise ursprünglich keine größeren Wirtschaftsvereinbarungen erwartet worden waren. Die Kanzlerin und der Premier vereinbarten einen weiteren Ausbau der Wirtschaftskooperation.

Merkel hofft auf Chinas Einfluss in Moskau

Merkel war am Donnerstagmorgen in Peking offiziell zu ihrem achten Besuch in der Volksrepublik China empfangen worden. Nach einer Begrüßung mit militärischen Ehren durch Ministerpräsident Li Keqiang zogen sich beide Politiker zu Beratungen zurück.

Später ist auch ein Treffen mit Staatspräsident Xi Jinping vorgesehen. Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen wollte die Kanzlerin die chinesische Staatsspitze davon überzeugen, sich künftig stärker bei der Lösung internationaler Konflikte zu engagieren.

Aufbauend auf der sehr guten Zusammenarbeit beim Atomkompromiss mit Iran will Merkel unter anderem über Lösungsansätze bei den Krisen in Syrien, Afghanistan, der Ukraine und Nordkorea reden. Berlin hofft darauf, dass Peking positiven Einfluss auf seinen wichtigen Wirtschaftspartner Russland nehmen kann. Die meisten der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge stammen aus Syrien - eine Verbesserung der Lage in ihrem Herkunftsland gilt als ein Schlüssel bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise.

© Süddeutsche.de/dpa/fued/mane
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