Die EU-Kommission feiert den Vertrag als "umfangreichstes Handelsabkommen" aller Zeiten. Vier Milliarden Euro Zölle pro Jahr sollen wegfallen - zum Wohle der Exportindustrie und der Verbraucher. Doch der Deal mit Südamerikas Wirtschaftsblock Mercosur steht vor dem Aus, weil er dem Klima schaden könnte. Nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung ist es auf längere Zeit ausgeschlossen, dass die Mitgliedstaaten zustimmen. EU-Diplomaten sagen, dass Frankreichs Präsident Emmanuel Macron das heikle Thema vor den Wahlen 2022 nicht anfassen will. Auch Kanzlerin Angela Merkel, lange eine Mercosur-Verteidigerin, geht auf Distanz. Neue Geheimpapiere stützen den Vorwurf, dass der Vertrag den Klimaschutz nicht ernst nimmt.
Handelspolitik:Mercosur-Vertrag droht zu scheitern
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Kritiker des Handelsabkommens Mercosur befürchten weitere Brandrodungen im Amazonas-Regenwald (im Bild der brasilianische Bundesstaat Mato Grosso) um Weiden zu schaffen.
(Foto: AFP)Die EU wollte mit Südamerika die größte Freihandelszone der Welt schaffen. Doch wegen mangelndem Klimaschutz dürfte das Ganze platzen - Geheimpapiere zeigen, warum.
Von Michael Bauchmüller, Björn Finke, Christoph Gurk und Alexander Hagelüken
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