Autoindustrie„Die Stimmung in der Belegschaft ist angespannt“

Fertigung im Werk Sindelfingen: Seit 1915 werden hier schon Autos gebaut.
Fertigung im Werk Sindelfingen: Seit 1915 werden hier schon Autos gebaut. Bernd Weißbrod/picture alliance/dpa

Der Autobauer Mercedes kämpft mit schwacher Nachfrage und sinkenden Gewinnen. Das bekommen auch die Mitarbeiter zu spüren. Und bald wird gewählt.

Die Geschäfte bei Mercedes laufen schleppend, der Traditionskonzern baut deshalb Tausende Jobs ab – das drückt die Laune in der Belegschaft. „Die Stimmung in der Belegschaft ist angespannt“, sagte Gesamtbetriebsratschef Ergun Lümali kurz vor den anstehenden Betriebsratswahlen der Stuttgarter Zeitung, den Stuttgarter Nachrichten und der Kreiszeitung Böblinger Bote.
„Rückgänge bei Absatz, Umsatz und Gewinn verunsichern viele, weil solche Entwicklungen meist mit Kostensenkungen einhergehen“, sagte Lümali weiter. Zusätzlich beunruhigten die wirtschaftlichen Angriffe, insbesondere aus China und den USA. „Als stark exportabhängiger Standort spüren wir Handelsbarrieren unmittelbar.“

Bei dem Dax-Konzern war der Gewinn im vergangenen Jahr um knapp die Hälfte eingebrochen. Bereits 2024 hatte Mercedes einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Der Autobauer reagierte darauf und legte ein Sparprogramm auf, um wieder profitabler zu werden.

Auch im Stammwerk in Sindelfingen stehe man deshalb unter dem Druck von Effizienz, Tempo und Kosteneinsparungen, so Lümali. „Was wir aber nicht akzeptieren, sind Entscheidungen mit der Brechstange über die Köpfe der Beschäftigten hinweg, die Neuanläufe und die Zukunftsfähigkeit des Standorts gefährden könnten.“ Dafür brauche man „schnell Transparenz, klare Zielbilder und verbindliche Abstimmungen mit dem Betriebsrat“. Im 1915 gegründeten Werk in Sindelfingen bei Stuttgart arbeiten nach Angaben von Mercedes mehr als 30 000 Menschen, die unter anderem die S-Klasse bauen.

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