GehaltMercedes-Chef verdient 31 Prozent weniger

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Ob Mercedes-Chef Ola Källenius auch 2025 der bestbezahlte deutsche Automanager war, ist offen.
Ob Mercedes-Chef Ola Källenius auch 2025 der bestbezahlte deutsche Automanager war, ist offen. Sven Hoppe/dpa

Beim Autohersteller Mercedes lief es vergangenes Jahr schlecht. Das schlägt sich auch im Gehaltszettel von Ola Källenius nieder. Dennoch könnte er weiterhin der Bestverdiener unter den deutschen Auto-Chefs sein.

Von Christina Kunkel

So eine Gehaltsabrechnung bei einem Unternehmensvorstand ist ja etwas komplexer als bei einem Standard-Arbeitnehmer. So richtig prognostizieren lässt sich bei den Oberchefs nicht, wie viel Geld am Ende auf ihrem Konto landet. Denn neben einem Grundgehalt besteht ein Großteil ihrer Vergütung aus sogenannten variablen Anteilen. Kurz gesagt soll so sichergestellt werden, dass die Manager auch danach entlohnt werden, wie es dem Unternehmen wirtschaftlich geht und ob sie gesetzte Ziele erreichen.

Insofern dürfte die Nachricht, die im aktuellen Geschäftsbericht von Mercedes zu finden ist, für Vorstandschef Ola Källenius eine schlechte, für das Gerechtigkeitsempfinden der restlichen Beschäftigten des schwäbischen Autobauers eine eher gute sein. Rund 31 Prozent weniger Geld bekommt Källenius für 2025 ausgezahlt, das geht aus dem Vergütungsbericht hervor, den Mercedes am Dienstag veröffentlichte. Bei all den großen Sparprogrammen, die gerade in Stuttgart laufen, dürfte der Gehaltseinbruch bei Källenius zumindest ein Signal an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein: Seht her, der Chef spart auch!

Natürlich zählt der Manager damit immer noch zu den Bestverdienern, sein Gesamtgehalt liegt für vergangenes Jahr bei rund 8,2 Millionen Euro. 2024 war er mit fast zwölf Millionen Euro der bestbezahlte Auto-Chef Deutschlands. Grob gesagt hat sich das Gehalt von Källenius dem Gewinneinbruch bei Mercedes angepasst – auch wenn es sehr viele Variablen in solchen Vergütungssystemen gibt. Der Autohersteller hatte im Februar gemeldet, dass man 2025 im Vergleich zum Vorjahr rund die Hälfte weniger verdient hat. Dieser Rückgang schlägt sich nun auch auf dem Gehaltszettel des Mercedes-Chefs nieder. Besonders gelitten hat demnach sein Jahresbonus. Dieser lag 2024 noch bei 2,6 Millionen Euro, 2025 war es eine Million Euro weniger.

Schaut man sich die eher schlechte wirtschaftliche Lage der deutschen Autoindustrie an, müsste sich diese eigentlich auch im Verdienst der anderen deutschen Automanager zeigen. Darüber lässt sich allerdings bislang nur spekulieren, da der VW-Konzern und BMW ihre Geschäftsberichte erst in den kommenden Wochen veröffentlichen. Insbesondere bei VW ist das Thema Vorstandsgehalt in den vergangenen Wochen wieder heiß diskutiert worden. Weil Anfang des Jahres überraschend sechs Milliarden Euro im Netto-Cashflow auftauchten, könnten die Vorstände anders als erwartet doch noch einen Jahresbonus erhalten.

Dennoch dürfte auch Oliver Blume seine besten Gehaltszeiten (2024 waren es rund zehn Millionen Euro) hinter sich haben. Für 2025 wird er zwar zum letzten Mal als VW- und als Porsche-Chef bezahlt. Doch die Finanzzahlen, insbesondere bei Porsche, waren vergangenes Jahr so mies, dass Blume dort weniger variable Vergütung bekommen dürfte. Was bereits fix ist: Der gesamte VW-Konzernvorstand verzichtet für 2025 und 2026 auf elf Prozent seines Gesamtgehaltes. Damit beteiligen sich die Manager am Sparprogramm, das sie ihren Beschäftigten für die kommenden Jahre auferlegt haben.

Es ist also sogar möglich, dass Mercedes-Chef Källenius trotz seines heftigen Gehaltseinbruchs bestbezahlter deutscher Automanager bleibt. Wer ihm vermutlich diesen Rang nicht streitig machen wird, ist ausgerechnet der Chef des deutschen Autobauers, der bislang am besten durch die Krise kommt: BMW. Dessen Chef Oliver Zipse bekam 2024 und 2023 rund 7,1 Millionen Euro.

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