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Meinungen zur Finanzkrise:"Die Wall Street war ein Nudistenstrand"

Vom Papst bis zum Broker: Was sagen Benedikt XVI., Barack Obama, Warren Buffett, Peer Steinbrück und viele andere zur Finanzkrise? Die besten Zitate. In Bildern

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Vom Papst bis zum Broker: Was sagen Benedikt XVI., Barack Obama, Warren Buffett, Peer Steinbrück und viele andere zur Finanzkrise? Die besten Zitate:

Brian Clarkson, President und COO der Ratingagentur Moody's, räumt im Februar 2008 ein von der Entwicklung auf dem US-Immobilienmarkt teilweise überrascht worden zu sein:

"Im Nachhinein muss ich sagen, dass wir das Ausmaß der potenziellen Schwierigkeiten unterschätzt haben. Wir waren auf ein schweres Unwetter vorbereitet und sind mitten in einen Tsunami hineingeraten."

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Hayek_Reuters

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Nick Hayek, Chef des Uhrenherstellers Swatch, über Finanzanalysten am 9. Februar 2008:

"Meistens ist es gut, genau das Gegenteil dessen zu machen, was sie raten."

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Bush_AFP

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George W. Bush, US-Präsident, am 14. März 2008 nach der Fast-Pleite von Bear Stearns, als er versammelte Manager aufheitern will:

"Scheint, als käme ich zu einem interessanten Moment."

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Marx_AP

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Reinhard Marx, Münchner Erzbischof, am 23. März 2008 über den Teufel im Traum:

"Er trug einen Geschäftsanzug mit Nadelstreifen und Krawatte."

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Matthäus-Maier, ddp

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Am 7. April 2008 erklärt, Ingrid Matthäus-Maier, bis dato Chefin der KfW, ihren Rücktritt und teilt dabei noch mal kräftig aus:

"Ich habe nicht länger die Absicht, den Kopf für Fehler hinzuhalten, die andere gemacht haben."

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Fuld_AFP

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Richard Fuld, Chef von Lehman Brothers, zeigt sich Anfang April 2008 noch optimistisch:

"Das Schlimmste ist überstanden."

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Ackermann_AP

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Auch Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, sieht die Finanzkrise am 29. Mai 2008 noch gelassen:

"Ich meine, dass wir am Beginn des Endes der Krise sind."

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Lewis_ AP

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Die Bank of America, die zu Jahresbeginn den Hypotheken-Riesen Countrywide aufkaufte und vor dem finanziellen Aus bewahrte, handelte im Juli neue Konditionen für 250.000 Kredite aus. Ken Lewis, Chef der Bank of America, meint dazu am 21. Juli 2008:

"Unser Ziel ist es, so viele Familien wie möglich in ihren Häusern zu halten."

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Stiglitz_AFP

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Joseph Stiglitz, Wirtschaftsnobelpreisträger, am 22. August 2008 fällt eine düstere Prognose:

"Die Krise dürfte sich bis Anfang 2010 hinziehen - mindestens. Und die weltweiten Verluste werden weit mehr als eine Billion Dollar betragen."

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schwein, ddp

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Konnotationen zum Tierreich zieht Padhraic Garvey, leitender Stratege bei der ING Bank Mitte September:

"Es sieht wie Sau aus da draußen auf dem Markt. Ich habe noch nie so was gesehen. Es ist hart."

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Greenspan, Reuters

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Der frühere US-Notenbank-Chef Alan Greenspan nannte die Finanzkrise am 14. September ein "Jahrhundertereignis":

"Das übertrifft ohne Zweifel alles, was ich je gesehen habe -und es ist längst noch nicht überwunden."

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Buffet_dpa

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Warren Buffett, Großinvestor, lässt im September die letzten Monate Revue passieren:

"Man findet immer heraus, wer nackt schwimmt, wenn die Flut geht. Wir haben herausgefunden, dass die Wall Street eine Art Nudisten-Strand war."

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McCain_dpa

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John McCain, US-Präsidentschaftskandidat der Republikaner, will am 16. September 2008 Großreinemachen:

"Wir werden in der Wall Street aufräumen."

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Obama_AFP

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Barack Obama, US-Präsidentschaftskandidat der Demokraten, im ersten TV-Duell mit John McCain am 26. September 2008:

"Dies ist nicht der Beginn vom Ende der Krise. Dies ist das Ende vom Beginn."

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Steinbrück, dpa

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Bundesfinanzminister Peer Steinbrück Anfang Oktober zur Lage auf dem Finanzmarkt :

"Es gibt weiter eine hochgefährliche Situation."

Zu den Rettungsbemühungen um Banken:

"Die Art und Weise, wie die Politik in den Schraubstock gezwängt wird, ist ein ungeheuerlicher Vorgang."

Zum Rettungspaket der Bundesregierung und den darin enthaltenen "goldenen Zügeln" für Spitzenbanker:

"Wenn es auf den Weltfinanzmärkten brennt, dann muss gelöscht werden, auch wenn es sich um Brandstiftung handelt. Allerdings müssen die Brandstifter hinterher daran gehindert werden, so etwas wieder zu machen."

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Papst, dpa

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Papst Benedikt XVI. am 6. Oktober zur Entwicklung in der internationalen Finanzkrise und den Bankenpleiten:

"Wir sehen jetzt durch den Zusammenbruch der großen Banken, dass Geld einfach verschwindet, dass es nichts bedeutet, und dass alle Dinge, die uns so wichtig erscheinen, in Wirklichkeit zweitrangig sind."

"Wer das Haus seines eigenen Lebens nur auf sichtbare und materielle Dinge - wie Erfolg, Karriere und Geld - aufbaut, der baut auf Sand."

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Bus, AFP

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Ein Börsenhändler am 6. Oktober in London über den neuerlichen Kurseinbruch des Aktienmarktes Anfang Oktober:

"Schwarze Montage waren einmal ein Jahrzehnt-Ereignis - jetzt kommen sie regelmäßiger als die Busse in London."

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Berlusconi, AFP

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Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi bei der Ankündigung am 6. Oktober, sich für einen gemeinsamen europäischen Hilfsfonds einzusetzen:

"Wir befinden uns nicht in einer Situation wie im Jahr 1929, wir müssen optimistisch sein, denn das Bankensystem ist gesund."

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Profumo, ddp

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Ganz anders sieht es hingegen UniCredit-Vorstandschef Alessandro Profumo am gleichen Tag:

"Wir erleben gerade eine Krise, wie es sie noch nie gegeben hat, außer vielleicht beim Crash von 1929."

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Sarkozy, Reuters

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Der französische EU-Ratspräsident Nicolas Sarkozy wünscht sich am 6. Oktober zur Überwindung der Finanzkrise von den EU-Mitgliedsstaaten mehr Zusammenarbeit:

"Wir brauchen eine koordinierte Antwort."

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Quaas, AP

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Der Beiersdorf-Vorstandschef Thomas-Bernd Quaas sieht Anfang Oktober seine Marken in der Finanzkrise im Vorteil:

"In schwierigen Zeiten experimentieren die Menschen nicht, sondern kaufen, was sie kennen."

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Text: dpa

Horn, AP

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Gustav Horn, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), am 6. Oktober über die Lage der deutschen Banken:

"Der Finanzminister kann sich nicht zur Geisel einzelner Banken machen lassen, sondern muss das Bankensystem insgesamt stützen."

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Westerwelle, dpa

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FDP-Chef Guido Westerwelle zeigt sich am 7. Oktober empört über die Arbeit der Bundesbank und der BaFin:

"Eine Staatsaufsicht, die jede Sparkassen-Filiale kurz und klein durchsucht, aber bei einem Dax-Unternehmen in einen Dornröschschlaf fällt, die hat versagt."

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Kongress, AFP

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Dunkle Töne kommen auch aus dem US-Repräsentantenhaus. Dort empört sich am 9. Oktober Peter DeFazio, demokratischer Kongressabgeordneter, über den Rettungsplan der Regierung:

"Hiermit wird eine noch nie dagewesene, unglaubliche Vollmacht an Henry Paulson verliehen, einem Wall-Street-Spekulanten, der diese finanziellen Massenvernichtungswaffen selbst erschaffen hat und nun sagt, er weiß, wie man sie entschärft."

Paulson war jahrelang Chef der ehemaligen Investmentbank Goldman Sachs.

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Blanchard, AP

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Das Risiko einer neuen Weltwirtschaftskrise sei praktisch gleich null, meint der IWF-Chefökonom Olivier Blanchard am 11. Oktober optimistisch:

"Im schlimmsten Fall brauchen die Regierungen noch ein paar Wochen, um die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, und die Märkte könnten weitere 20 Prozent fallen."

Dann komme es aber zur Erholung.

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Bernanke, AP

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Fed-Chef Ben Bernanke gibt sich am 14. Oktober hoffnungsvoll im Hinblick auf das US-Rettungspaket:

"Die Geschichte lehrt uns, dass Regierungen in schweren Krisen oft erst sehr spät eingegriffen haben, zu einem Zeitpunkt, an dem die meisten Finanzinstitute schon insolvent waren oder kurz davor standen."

Das sei diesmal "glücklicherweise" nicht der Fall.

Bernanke bezeichnete es zudem als ermutigend, dass es nicht nur nationale Reaktionen sondern auch eine globale Antwort auf die weltweite Krise gegeben habe.

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