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Medienunternehmer:Leo Kirch ist tot

Er war einer der mächtigsten Menschen der Medienwelt, aus dem Nichts hatte er einen der größten Film- und Fernsehkonzerne Europas aufgebaut: Der Unternehmer Leo Kirch ist im Alter von 84 Jahren gestorben.

Der Medienunternehmer Leo Kirch ist tot. Er starb in München im Alter von 84 Jahren, wie ein Sprecher von Kirchs Unternehmen Kirchmedia bestätigte.

"Unser geliebter Ehemann, Vater, Bruder, Dr. Leo Kirch, ist heute im Kreise seiner Familie friedlich verstorben. Wir sind sehr traurig", ließ seine Familie mitteilen.

Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte Kirch in einem der Deutsche-Bank-Prozesse im März - schwer vom Alter gezeichnet: Er wurde im Rollstuhl in den Gerichtssaal geschoben und konnte kaum noch sprechen. Der 84-Jährige sagte gegen seinen Erzfeind, den früheren Deutsche-Bank-Chef Rolf-E. Breuer aus. Kirchs Arzt begleitete ihn, maß regelmäßig seinen Blutdruck und erklärte den greisen Mann nach einer Stunde für vernehmungsunfähig.

Leo Kirch war jahrzehntelang einer der mächtigsten Medienunternehmer in Deutschland. Aus dem Nichts hatte er einen der größten Film- und Fernsehkonzerne Europas mit fast 10.000 Beschäftigten aufgebaut. Neben der größten Spielfilm-Sammlung mit weit mehr als 10.000 Titeln sowie rund 40.000 Stunden Serien gehörten ihm früher die Fernsehsender ProSieben, Sat1, N24 und DSF.

Sein großer Plan, gemeinsam mit dem RTL-Eigner Bertelsmann einen digitalen Bezahlsender aufzubauen, scheiterte 1990 am Einspruch der Europäischen Kommission und des Bundeskartellamts.

Er führte damit eines der größten Medienimperien in Deutschland. Die Insolvenz des Kirch-Konzerns 2002 war eine der größten unternehmerischen Pleiten des Landes.

Kirch machte die Deutsche Bank und speziell Breuer dafür verantwortlich und forderte Schadenersatz in Milliardenhöhe. Breuer soll in einem Interview Kirchs Kreditwürdigkeit in Zweifel gezogen haben - Kirch war lange davon überzeugt, dass Breuer seine Mediengruppe gezielt in die Insolvenz treiben wollte.

Auch nach der Insolvenz seiner Gruppe mischte der Unternehmer bis zuletzt im Mediengeschäft mit: Er war größter Aktionär der Constantin Medien AG, die wiederum an der Constantin Film beteiligt ist. Die wiederum ist der bedeutendste unabhängige deutsche Produzent und Verleiher von Kinofilmen. Der Schuh des Manitu, Das Parfum oder Wickie und die starken Männer lockten Millionen Zuschauer in die Kinos.

Kirch lebte in den vergangenen Jahren mit seiner Frau Ruth zurückgezogen in München. Er hinterlässt einen Sohn.

Medienunternehmer ist tot

Kirch, der Herr des Fernsehens