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Medien - Frankfurt am Main:Hessischer Rundfunk steckt weiter in den roten Zahlen

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Der Hessische Rundfunk (hr) hat das Jahr 2018 wegen großer Lasten für die Altersversorgung seiner Mitarbeiter mit einem Minus von 76,5 Millionen Euro abgeschlossen. Der Fehlbetrag, der insbesondere durch hohe Rückstellungen für künftige Ansprüche zustande kommt, fällt damit aber um 16,2 Millionen Euro besser aus als ursprünglich geplant, wie der öffentliche-rechtliche Rundfunksender am Freitag mitteilte. Der Rundfunkrat habe den Jahresabschluss genehmigt und den Verwaltungsrat sowie Intendant Manfred Krupp entlastet. Der hr hat rund 1700 Beschäftigte sowie etwa 880 freie Mitarbeiter.

Krupp forderte, dass über die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag zumindest die Teuerungsrate ausgeglichen werden müsse, sonst seien Einschnitte in das Programmangebot des Senders nicht zu vermeiden. "Unsere enormen Sparleistungen werden durch den seit 2009 ausbleibenden Inflationsausgleich beim Rundfunkbeitrag bei anhaltender Niedrigzinsphase überlagert", sagte Krupp. "Dies verschärft unsere finanzielle Situation dramatisch."

Derzeit wird über die künftige Höhe des Rundfunkbeitrags, den grundsätzlich jeder deutsche Haushalt bezahlen muss, verhandelt. Die dafür zuständigen Bundesländer sind sich zwar weitgehend einig, dass sich der Betrag von derzeit 17,50 Euro im Monat bald wieder an der Inflationsrate orientieren soll, über Details besteht aber noch Diskussionsbedarf. Die derzeitige Beitragshöhe gilt noch bis Ende 2020.