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Matratzen:Casper-Chef Krim: "Wir wollen das Nike des guten Schlafens werden"

Casper LA Launch Party

Philip Krim auf einer Lanch-Party in Los Angeles.

(Foto: AFP)

Das Matratzen-Start-up Casper arbeitet an der Digitalisierung des Betts. Das soll der Firma bald Milliarden einbringen, sagt ihr Gründer ganz unbescheiden.

Von Michael Kläsgen

Warum sollte man seine Matratze ausgerechnet beim US-Start-up Casper kaufen? Es gibt mindestens ein halbes Dutzend anderer Internet-Anbieter und die Zahl der Matratzen-Läden ist schier unermesslich. Die Frage kann Casper-Gründer und -Chef Philip Krim, 34, nicht erschüttern: Er ist überzeugt, dass sich kein Unternehmen in der Welt so sehr um den guten Schlaf kümmert wie seines.

Jeder fünfte seiner Mitarbeiter arbeite in der Forschung und tüftle daran, aus welchen Schichten die Matratze am besten bestehen solle. Oder ob Feuchtigkeitssensoren, die den Schweiß messen, die Temperatur regeln sollten, damit der Schlafende friedlich schlummert. Casper optimiert den Schlaf, die letzten noch nicht durchoptimierten Stunden des Lebens. Da steht das Start-up durchaus in einer Reihe mit anderen Weltbeglückungsfirmen aus den USA. Und deswegen habe Casper eben auch das beste Angebot. So sagt Krim das im Gespräch nicht wörtlich, aber er gibt es zu verstehen.

Ein Hauch von Größenwahn

Krim wirkt tiefenentspannt und zeigt sich zugleich sehr selbstbewusst. Ja, er werde es mit seinen vier Partnern schaffen, "das Nike des guten Schlafs" aufzubauen, sagt er. Einen Milliardenkonzern der optimierten Ruhe. Ein Hauch von Größenwahn schadet offenbar bei großen Vorhaben nicht. Im Moment macht Casper noch etwa 200 Millionen Dollar Umsatz.

Mit Krim und seinen Gründer-Freunden träumen auch ein paar Investoren vom großen Erfolg des Matratzen-Start-ups: Der Schauspieler Leonardo DiCaprio soll dazu gehören, aber auch Target, der drittgrößte Einzelhändler der USA. Der wiederum sorgt dafür, dass die Online-Matratzen auch in Läden zum Probeliegen ausgestellt werden. Dabei sagt Krim, hassten Kunden nichts so sehr, wie den Matratzenkauf im Geschäft. Das hätten Umfragen gezeigt. Aber das hält ihn ja nicht ab.

© SZ.de/been/sry
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