Süddeutsche Zeitung

EU-Kommission:Mastercard muss 570 Millionen Euro Strafe zahlen

  • Der Kreditkartenanbieter Mastercard muss mehr als 500 Millionen Euro Strafe zahlen.
  • Die EU-Kommission wirft dem Unternehmen vor, gegen Kartellrecht verstoßen zu haben. Dadurch seien die Gebühren für Einzelhändler in die Höhe getrieben worden.

Die EU-Kommission hat gegen den Kreditkartenanbieter Mastercard eine Geldstrafe in Höhe von 570 Millionen Euro verhängt. Grund sind nach Angaben der Wettbewerbshüter überhöhte Kundengebühren. Mastercard hat die Verstöße anerkannt, teilte die Behörde mit, daher sei die Strafe um 10 Prozent reduziert worden.

Konkret geht es um das sogenannte Interbankenentgelt. Wenn Verbraucher in einem Geschäft eine Kreditkarte verwenden, zahlt die Bank des Händlers an die Bank des Kunden eine Gebühr. Die Händlerbank kann es auf den Einzelhändler übertragen, der es in den Endpreis einfließen lässt. Somit landen die Kosten häufig bei den Kunden.

Mastercard soll Händler daran gehindert haben, günstigere Banken im EU-Ausland zu nutzen. "So wurden die Kosten für Kartenzahlungen künstlich in die Höhe getrieben - zum Nachteil der Verbraucher und der Einzelhändler in der EU", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Der EU-Kommission zufolge verstieß Mastercard dabei bis 2015 gegen EU-Kartellrecht. Nach den Regelungen von Mastercard mussten die Händlerbanken bis dahin die Entgelte des Landes anwenden, in dem der Einzelhändler ansässig war.

Die Interbankenentgelte wurden Ende 2015 europaweit angeglichen. Bis dahin unterschieden sie sich von Land zu Land erheblich. Händler in EU-Staaten mit hohen Entgelten mussten deshalb höhere Kosten berechnen. Die Brüsseler Behörde folgerte nun, dass dies zu einer künstlichen Beschränkung des EU-Binnenmarkts und zu einer Einschränkung des grenzüberschreitenden Wettbewerbs führte.

Mastercard ist nach Visa die Nummer zwei auf dem europäischen Kreditkarten-Markt und steht auch hinter den "Maestro"-Debitkarten, die vor allem in Deutschland bekannt sind. Die kritisierte Praxis bezeichnete das Unternehmen als "Altlast", die weniger als zwei Jahre lang angewandt worden sei und nun zu den Akten gelegt werden könne. Man müsse an den gegenwärtigen Geschäftspraktiken nichts ändern. Die erwartete Buße hatte der Konzern bereits im vierten Quartal zurückgestellt.

Bestens informiert mit SZ Plus – 14 Tage kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.4298073
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ.de/dpa/rtr/vwu/jps
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.