Massentierhaltung – Antwort 1

Thomas Schröder: "Gerade sie. Früher galt für die Landwirtschaft: Wachsen oder weichen. Das funktioniert heute nicht mehr. Deutschland kann im globalisierten Handel nicht mit der Fleischproduktion im Billigsegment mithalten. Wir brauchen ein eigenes Qualitätsmerkmal. Wenn ich ein Siegel für mehr Tiergerechtigkeit habe, dann ist das wirtschaftlich ein neuer Markt, den ich mir sichere. Wir haben es am tragischen Beispiel Eier gesehen. Viele Legehennenhalter haben lange um die Käfighaltung gekämpft, dabei war schon abzusehen, dass die Käfighaltung irgendwann verboten werden würde. Währenddessen haben Betriebe in Holland, Tschechien, Polen auf Öko-, Freiland- und Bodenhaltung umgestellt. Deshalb haben wir bis heute so viele Eier zum Beispiel aus den Niederlanden in den Läden. Weil die Deutschen die Chance verpasst haben, sich selbst den Markt zu sichern. Statt in den Qualitätskampf zu gehen, hat man sich in Deutschland in den Preiskampf gestürzt."

Erläuterung: In Deutschland ist die herkömmliche Käfighaltung von Legehennen seit dem 1. Januar 2009 verboten. In der gesamten EU ist die Batteriehaltung seit dem 1. Januar 2012 verboten. Erlaubt bleibt die Haltung in größeren Käfigen, in denen mehrere Hühner in Gruppen zusammensitzen.

Bild: dpa 19. Juli 2012, 07:462012-07-19 07:46:08 © Süddeutsche.de/vgr/holz