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Maschinenbau:Deutz will 1000 Stellen abbauen

Der Motorenhersteller fährt während der Corona-Krise Millionenverluste ein. Nun soll bei Deutz gut ein Fünftel der Arbeitsplätze wegfallen. Kündigungen will das Traditionsunternehmen aber vermeiden.

Von Benedikt Müller-Arnold, Köln

Der Motorenbauer Deutz will binnen zwei Jahren ein Fünftel seiner Stellen streichen, den Großteil davon in Deutschland. Das hat das Traditionsunternehmen nun mitgeteilt. Deutz wolle das Produktionsnetzwerk optimieren, Prozesse automatisieren und digitalisieren, sagt Vorstandschef Frank Hiller. "Das führt auch zu einem Abbau von Stellen."

Bereits in der ersten Hälfte dieses Jahres seien 380 Stellen weggefallen, vor allem Leiharbeitsplätze. "Das reicht nicht aus", so Hiller. Daher verhandle der Konzern mit dem Betriebsrat nun über ein Freiwilligenprogramm, um weitere 350 Stellen abzubauen. Für die restlichen 270 Arbeitsplätze, die bis 2022 wegfallen sollen, setzt Deutz auf auslaufende Verträge sowie die natürliche Fluktuation. Die Kölner Firma wolle "diesen doch großen Stellenabbau möglichst sozial verträglich" gestalten und betriebsbedingte Kündigungen vermeiden, sagt der Vorstandschef. Insgesamt wolle Deutz die jährlichen Personal- und Sachkosten um 100 Millionen Euro senken, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Bislang zählt das Unternehmen etwa 4600 Beschäftigte.

Deutz baut und wartet Motoren etwa für Baumaschinen, Traktoren oder Züge. Infolge der Corona-Pandemie stand die Produktion zwischenzeitlich still. Im ersten Halbjahr dieses Jahres hat die Firma ein Drittel weniger Umsatz erwirtschaftet als im Vorjahreszeitraum. Deutz meldet einen Verlust von gut 52 Millionen Euro, nach Gewinnen im Vorjahreszeitraum.

Für das laufende Quartal erwartet das S-Dax-Unternehmen wegen der Corona-Krise weitere Einbußen. Hiller hofft nach eigenem Bekunden aber auf einen moderateren Verlauf als in den Vormonaten. Für das Gesamtjahr könne Deutz noch keine Prognose herausgeben. "Hier müssen wir die Marktentwicklung der nächsten Monate abwarten", so der Vorstandschef. An der Börse hat die Firma am Dienstag zeitweise sieben Prozent an Wert verloren. Da half es zunächst kaum, dass Deutz' Geschäfte in China derart wachsen, dass das Unternehmen seine Umsatzprognose für China bis 2022 angehoben hat. Deutz habe aber einen sehr schwachen Auftragseingang berichtet, konstatieren etwa die Analysten der Baader Bank.

© SZ vom 12.08.2020

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