bedeckt München

Süßigkeiten werden kleiner:Mars lässt Schokoriegel schrumpfen

Schluss mit Übergrößen bei Schokoriegeln: Der US-Nahrungsmittelkonzern Mars will in Zukunft keine Süßigkeiten mit mehr als 250 Kalorien mehr herstellen. Damit will er das Image des klebrigen Zuckerhändlers loswerden - und sich gesundheitsbewusst geben.

Benjamin Romberg

Naschen im großem Stil könnte bald schwieriger werden: Der US-Nahrungsmittelkonzern Mars will künftig nur noch Süßigkeiten mit maximal 250 Kalorien verkaufen. Bis Ende 2013 soll die Produktion umgestellt werden, teilte das Unternehmen aus Virginia mit. Der Hersteller bekannter Schokoriegel wie Mars, Snickers und Twix sagt, er wolle damit für eine gesündere Ernährung bei den Konsumenten sorgen.

Schokoriegel von Mars

Zu den Produkten von Mars zählen neben dem gleichnamigen Schokoriegel auch Snickers, Twix und Bounty. Die extragroßen Versionen der Süßigkeiten soll es von Ende 2013 an nicht mehr geben.

(Foto: dpa)

Betroffen ist vor allem das Kingsize-Snickers. Der Riegel hat 540 Kalorien - und würde damit aus den Regalen verschwinden. Stattdessen soll es Packungen mit mehreren Riegeln geben.

Die Ankündigung passt in eine Kampagne, die Mars seit längerem fährt. Das Unternehmen stellt sich dabei als Teil einer Gesundheitsbewegung dar und versucht, das Image des klebrig-ungesunden Zuckerhändlers loszuwerden. Schon 2004 stand das Kingsize-Modell vor dem Aus, weil Gesundheitsexperten Druck gemacht hatten. Jetzt versucht die Firma eine andere Taktik und stellt den Kalorienschnitt als eigene Initiative dar. In einem Statement bekennt sich Mars allerdings nur zu diffusen Zielen wie allgemeiner Gesundheit und bewusster Ernährung.

Für die Produktpalette hat die Umstellung indes kaum Konsequenzen. Ein normales Snickers hat derzeit beispielsweise 280 Kalorien und wird somit bald ein bisschen kleiner werden. Ein Twix oder eine Tüte M&M's liegen ohnehin unter der Grenze von 250 Kalorien. Wie genau das Kalorienziel erreicht werden soll, ließ Mars noch offen. Unklar ist auch, ob der Preis dann ebenfalls schrumpft.

Kleinere Riegel, gesunderes Naschen? Dan Ariely, Professor für Verhaltensökonomie an der Duke University in North Carolina, hat Zweifel an dieser Strategie. Wer vom ersten Bissen Schokolade angefixt werde, könnte dazu verleitet werden, einfach alle Riegel einer Packung auf einmal zu essen - egal, wie groß oder klein sie sind.

© Süddeutsche.de/bero/gie/bbr/rus
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema