bedeckt München 22°

Manipulationsskandal:Barclays-Chef Diamond tritt zurück

Lange Zeit hatte er sich gewehrt, jetzt gibt er dem wachsenden Druck auf seine Person doch nach: Bob Diamond, Chef der britischen Großbank Barclays, tritt wegen des Libor-Skandals zurück.

Der Druck auf Bob Diamond wurde nun wohl doch zu groß: Wegen des Skandals um Zinsmanipulationen ist der Chef der britischen Bank Barclays zurückgetreten. Dies teilte das Institut am Dienstagmorgen mit. Der Druck auf Barclays habe ein Niveau erreicht, das die Zukunft des Unternehmens bedrohe, sagte Diamond in einer Mitteilung. "Das durfte ich nicht geschehen lassen."

Hintergrund sind seit Monaten laufende Untersuchungen in mehreren Ländern wegen des Vorwurfs der Manipulation des weltweit gültigen Interbanken-Zinssatzes Libor. Dieser täglich in London fixierte Satz dient als Referenz für Kredite von Privatleuten und Unternehmen, Derivate sowie andere Finanzprodukte im Gesamtvolumen von 360 Billionen Dollar. Er basiert auf den Daten mehrerer Großbanken, die diese täglich abliefern.

Mehreren Banken wird nun vorgeworfen, den Zinssatz zu ihren Gunsten manipuliert zu haben. Barclays steht Im Fokus der britischen Ermittler - und musste eine Rekordstrafe von 345 Millionen Euro zahlen. Der Verwaltungsratschef der britischen Bank, Marcus Agius, ist bereits zurückgetreten. Er soll die Geschäfte aber vorerst weiterführen, bis ein Nachfolger für Diamond feststeht, heißt es.

© Süddeutsche.de/Reuters/dpa/bero

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite