MAN:Werk Steyr vor dem Aus

Der Lastwagenbauer MAN plant die Schließung seines Werks im österreichischen Steyr mit rund 2300 Beschäftigten. Wie der Betriebsrat mitteilte, haben in einer Abstimmung 64 Prozent der Belegschaft die Übernahme des Werks durch den Automanager Siegfried Wolf abgelehnt. Darauf kündigte die VW-Konzerntochter in München an: "MAN nimmt jetzt als Konsequenz die Pläne zur Schließung des Werks in Steyr wieder auf." Als nächstes stünden Verhandlungen über einen Sozialplan an. MAN baut in Steyr bislang leichte und mittelschwere Lastwagen, will die Fertigung aber nach Krakau in Polen verlagern. Wolf, ehemaliger Vorstandschef des Autozulieferers Magna, wollte rund 1250 Mitarbeiter in Steyr zu deutlich niedrigeren Löhnen übernehmen und die Nutzfahrzeug-Marke Steyr wiederbeleben. MAN-Personalvorstand Martin Rabe sagte am Donnerstag: "Wir sind vom Ergebnis wirklich sehr enttäuscht, da wir die angebotene Alternative zur Schließung als einen für alle Beteiligten sehr guten Weg angesehen haben." Der stellvertretende Betriebsratschef, Helmut Emler, sagte der österreichischen Nachrichtenagentur APA, Wolfs Konzept sei zwar "schlüssig, die Einschnitte wären aber zu gravierend gewesen". Der Betriebsrat wolle jetzt mit MAN über eine Entschärfung der Sparpläne reden. Er sei auch anderen Investoren gegenüber offen. In Deutschland hat MAN mit dem Betriebsrat und der IG Metall den Abbau von 3500 Stellen bis Ende 2022 vereinbart. Das seit Jahren schwächelnde MAN will seine Lastwagen und Busse in den nächsten Jahren auf Elektroantrieb umstellen.

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