An den Produktionsstandorten des Münchner Lkw- und Bus-Herstellers MAN drohen offenbar Einschnitte. Die Gewerkschaft IG Metall schlug am Dienstag Alarm: Das Unternehmen wolle „in dieser Woche Entscheidungen treffen, die gravierende Auswirkungen auf die Zukunft der deutschen Standorte haben, insbesondere für das Stammwerk in München“, heißt es in einer Einladung zu einer Pressekonferenz am Donnerstag mit Betriebsräten aus München und Nürnberg. Zwei mit den Plänen vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters, es gehe um Entscheidungen über Investitionen in neue Modelle, möglicherweise drohten Verlagerungen ins Ausland.
MAN produziert in Deutschland in München, Nürnberg und Salzgitter. Management und Arbeitnehmer hätten „sehr frühzeitig den Dialog über eine zukunftsorientierte Aufstellung von MAN aufgenommen mit dem Ziel, weiterhin wettbewerbsfähig und ein verlässlicher Arbeitgeber zu bleiben“, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag. Dabei habe MAN „aufgrund seiner starken Präsenz in Deutschland deutliche Wettbewerbsnachteile durch hohe Faktor- und Stromkosten“. Die schwache Konjunktur, die neue Konkurrenz aus China, die auf den europäischen Markt für Elektro-Lastwagen dränge, und die Verschärfung der CO₂-Ziele in der EU erzeugten zusätzliche Belastungen. MAN steht dabei zweifach unter Druck: Der konzerninterne schwedische Rivale Scania ist deutlich profitabler.
„Auch mittelfristig sehen wir keine wesentliche Markterholung“, hatte MAN-Finanzvorständin Inka Koljonen bei der Vorstellung der Quartalszahlen Ende Oktober eingeräumt. „Deshalb arbeiten wir weiterhin konsequent daran, unsere Resilienz zu stärken.“ Der Rivale Daimler Truck hat aus den gleichen Gründen angekündigt, 5000 Arbeitsplätze vorwiegend in Deutschland zu streichen.

