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M-Dax-Konzern:Bafin lässt Bilanzen prüfen

K+S Kaliwerk

Ein Bagger von K+S verlädt in Philippsthal Rohsalz. Die Aktie des Kali- und Salzproduzenten verlor am Donnerstag deutlich an Wert.

(Foto: Arne Dedert/dpa)

Hätte K+S Abschreibungen höher ansetzen müssen?

Ärger für den Düngerkonzern K+S: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hegt den Verdacht, dass eine wegen des Düngerpreisverfalls erfolgte Milliardenabschreibung womöglich zu niedrig ausgefallen sein könnte. Das Management von K+S geht davon aus, die Anhaltspunkte der Bafin entkräften zu können und hat der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) die entsprechenden Unterlagen bereitgestellt. Die Aktionäre reagierten geschockt. Der Aktienkurs lag Mittwochmittag noch bei knapp mehr als zehn Euro, fiel am Donnerstag teilweise deutlich unter neun Euro. Die Aktionäre fürchten weitere Abschreibungen und womöglich sogar eine Kapitalerhöhung.

In dem Fall geht es um Abschreibungen von zwei Milliarden Euro in der operativen Einheit "Europa+", die die Hessen am 4. November 2020 bekannt gegeben hatten. Hintergrund waren niedrigere Annahmen zur langfristigen Kalipreisentwicklung und höhere Annahmen zum Kapitalkostensatz. Betroffen waren die deutschen Kaliwerke und das neue kanadische Werk Bethune.

Die Bafin bezieht sich auf Anhaltspunkte, dass dieser Vorgang fehlerhaft gewesen und zu spät erfolgt sein könnte, wie K+S am Mittwochabend mitgeteilt hatte. In diesem Zusammenhang habe die Aufsichtsbehörde die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) mit der Prüfung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2019 sowie des verkürzten Abschlusses zum 30. Juni 2020 beauftragt.

Vor detaillierteren Informationen zu dem Thema könnte erst einmal nur über die schlimmstmöglichen Konsequenzen spekuliert werden, sagte Analyst Markus Mayer von der Baader Bank. Dazu gehörten zum Beispiel eine Verschiebung des Jahresabschlusses, weitere Wertberichtigungen sowie eine Kapitalerhöhung zur Stärkung der Bilanz. So war die Eigenkapitalquote des M-Dax-Konzerns im dritten Quartal, als die Zwei-Milliarden-Wertminderung verbucht worden war, auf gut 26 Prozent eingebrochen.

Finanziell Luft verschaffen sollte dem Unternehmen der im Herbst angekündigte Verkauf des amerikanischen Salzgeschäfts für 3,2 Milliarden US-Dollar an die Industrieholding Stone Canyon. Der Deal soll im Sommer 2021 abgeschlossen werden und dank einer erfolgten Wechselkursabsicherung für einen Zahlungseingang von 2,5 Milliarden Euro sorgen. In diesem Zusammenhang erwartet das Management auch einen Buchgewinn in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe.

Die Bafin beauftragt die DPR, wenn sie Anhaltspunkte für Fehler in der Bilanz sieht. Erst danach kommt die Bafin selbst ins Spiel. Dieses zweistufige Verfahren wird jedoch abgeschafft. Die Bundesregierung hat eine Reform auf den Weg gebracht, die derzeit im Bundestag beraten werden.

© SZ vom 19.02.2021 / dpa/Reuters
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